1. Startseite
  2.  / 
  3. Blog
  4.  / 
  5. Range Rover Sport D250 vs BMW X5 xDrive30d: Diesel-SUV im Vergleichstest
Range Rover Sport D250 vs BMW X5 xDrive30d: Diesel-SUV im Vergleichstest

Range Rover Sport D250 vs BMW X5 xDrive30d: Diesel-SUV im Vergleichstest

Der überarbeitete Range Rover Sport 2017 markierte einen Wendepunkt für Land Rover – nicht als völlig neues Modell, sondern als erstes Fahrzeug, das den hauseigenen Ingenium 3.0 Reihenturbodiesel erhielt. Mit diesem Motorentausch wurde ein weiteres Band zur Vergangenheit von Land Rover durchtrennt: Die bewährten Ford-V6- und V8-Aggregate wurden endgültig zugunsten einer eigenentwickelten Konstruktion ausgemustert. Doch kann das neue Triebwerk im Wettbewerb bestehen?

Den richtigen Rivalen wählen: Warum der BMW X5 xDrive30d?

Um den neuen Ingenium-Diesel auf Herz und Nieren zu prüfen, brauchten wir einen würdigen Maßstab. Unsere Wahl fiel auf BMWs B57D30 – weithin als einer der besten modernen Dieselmotoren überhaupt angesehen – verbaut im BMW X5 xDrive30d. Entscheidend dabei: Beide Rivalen teilen sich das gleiche Achtgang-Automatikgetriebe ZF 8HP76, was einen fairen und kontrollierten Vergleich ermöglicht. Bemerkenswerterweise waren die beiden in unseren Tests noch nie direkt gegeneinander angetreten.

Motorraum-Vergleich von BMW X5 und Land Rover Range Rover Sport
Unter der Haube eines BMW X5 (rechts) und eines Land Rover Range Rover Sport (links)

Motorenspezifikationen: Range Rover Sport D250 im Überblick

Der Ingenium-Diesel ist in drei Leistungsstufen erhältlich, was Käufern echte Flexibilität bietet:

  • D249 — 249 PS (Einstiegsdiesel)
  • D300 — 300 PS (mittlere Ausstattungsstufe)
  • D350 — 350 PS (stärkster Diesel der Baureihe)

Unser Testwagen war der D250 – das ausgewogene Mittelmodell der Baureihe – mit 250 PS und 600 Nm Drehmoment. Dieses Fahrzeug stammte nicht aus dem Presseflotte, was bedeutete, dass es in einer eher bescheidenen Ausstattung geliefert wurde. Bemerkenswert: Es war das erste Mal, dass wir einen Range Rover Sport ohne einen dedizierten Sport-Fahrmodus fuhren.

Laufruhe und NVH: Flüsterleise Fahrgastzelle

In Sachen Laufkultur macht der Ingenium-Motor wirklich Eindruck. Im Leerlauf ist er von außen kaum zu hören und im Innenraum überhaupt nicht wahrnehmbar. Weder durch das Lenkrad noch durch den Boden oder die Sitze sind Vibrationen zu spüren – ein deutlicher Fortschritt gegenüber dem Biturbo-Sechszylinder, den er ersetzte. Jenes ältere Aggregat war keineswegs rau, doch der Ingenium hebt die Messlatte für Diesel-Laufruhe spürbar an.

Leistungstest: 0–100 km/h Ergebnisse

Auf dem Papier wirkt die Leistung des D250 angemessen. In der Praxis sieht es anders aus. Mit beiden Pedalen getreten und anschließend losgelassener Bremse beschleunigt das Aluminium-SUV willig – doch das Momentum bricht beim Wechsel vom zweiten in den dritten Gang abrupt ein, wo ein ungewöhnlich langer Gangwechsel den Fluss unterbricht.

Die Racelogic-Messtechnik erfasste folgende Ergebnisse:

  • Range Rover Sport D250 — 0 auf 100 km/h in 8,5 Sekunden (entspricht der Herstellerangabe, liegt aber merklich hinter dem Vorgänger-V6 gleicher Leistung mit 7,9 s zurück)
  • BMW X5 xDrive30d — 0 auf 100 km/h in 6,8 Sekunden, unterstützt durch Launch Control und zwei scharfe, entschlossene Gangwechsel

Der BMW ist lauter und hat beim Kaltstart mehr Vibrationen – sein einziger echter Nachteil – doch die Anfahrleistung spielt in einer völlig anderen Liga. Zur Einordnung: Der X5 xDrive30d ist nominell schneller als sogar der Range Rover Sport D350.

Frontansicht-Vergleich von BMW X5 und Land Rover Range Rover Sport
Frontansicht des BMW X5 (rechts) und des Land Rover Range Rover Sport (links)

Gasannahme und Getriebecharakteristik im Stadtverkehr

Im Alltagsbetrieb vergrößert sich der Abstand zwischen den beiden weiter. Die BMW-Abstimmung des gemeinsamen ZF-Automatikgetriebes ist schlicht in jeder Hinsicht überlegen. In jedem Modus außer dem gedämpften Eco Pro reagiert der X5 schneller und natürlicher auf Gaspedaleingaben – unabhängig von der Verkehrsdichte.

Das Ansprechen des Range Rovers auf das Gaspedal ist weitaus unbeständiger:

  • Im fließenden Verkehr fühlt sich der Sport lebendig und für ein 2,2-Tonnen-SUV beeindruckend agil an – beinahe mit dem Charakter eines Hot Hatch
  • Im dichten Stadtverkehr verschwindet die Verbindung zum Gaspedal nahezu vollständig – mit deutlicher Verzögerung gefolgt von einem Überschießen, bei dem das Fahrzeug mehr Tempo liefert als abgerufen
  • Im Stop-and-go-Betrieb schaltet das Getriebe unregelmäßig – hält manchmal einen Gang viel zu lange, wechselt ein anderes Mal scheinbar willkürlich

Das Umschalten in den Sport-Getriebemode hilft dabei, den Range Rover in der Stadt zum Leben zu erwecken. Die Gaspedalempfindlichkeit verbessert sich, Rückschaltungen werden logischer, und die Reaktionen bei höheren Geschwindigkeiten werden zunehmend linearer. Es ist jedoch eher ein Behelf als eine echte Lösung.

Autobahnleistung: Wo der BMW davonzieht

Jenseits von 120 km/h verliert der Range Rover sichtlich an Begeisterung. Überholvorgänge erfordern vorausschauende Planung: Der Ingenium-Turbodiesel kommt bei höheren Drehzahlen an seine Grenzen, und das Getriebe reagiert träge auf Kickdown-Befehle. Das liegt zum Teil an den Leistungscharakteristika des Motors:

  • Ingenium Reihensechszylinder — maximales Drehmoment von 1.250–2.250 U/min; maximale Leistung bei 4.000 U/min
  • Vorgänger V6-Turbodiesel — maximales Drehmoment von 1.500–2.500 U/min; maximale Leistung im Bereich von 3.500–4.250 U/min
  • BMW B57D30 — maximales Drehmoment von 2.000–2.500 U/min; maximale Leistung ebenfalls bei 4.000 U/min

Obwohl das Drehmomentband des Ingenium früher im Drehzahlbereich einsetzt, verliert es auf der Autobahn schneller an Durchzugskraft. Der BMW hingegen liefert bei jeder Geschwindigkeit mühelos und unmittelbar Leistung. Halbgas genügt – kein Vollgasgeben, kein erzwungener Sport-Modus. Das Automatikgetriebe regelt alles sauber und hält den Motor ohne übermäßige Rückschaltungen in der Spur. Der X5 erwies sich im Laufe unseres Tests zudem als sparsamer im Verbrauch.

BMW X5 und Land Rover Range Rover Sport auf der Straße
BMW X5 (links) und Land Rover Range Rover Sport (rechts) auf der Straße

Fahrverhalten und Dynamik: Zwei völlig unterschiedliche Charaktere

Die beiden SUVs verfolgen beim Fahrverhalten grundlegend unterschiedliche Philosophien:

Der Range Rover Sport ist ruhig, gelassen und in seinen Reaktionen beinahe gemächlich-souverän. Das Luftfahrwerk bietet auf glattem Untergrund eine serenartige, schwebende Fahrqualität – zweifellos eine der besten in dieser Klasse. In Kurven neigt er sich jedoch spürbar, verliert früh die Vorderachsenhaftung, und das Lenkrad vermittelt kaum Rückmeldung oder Verbindung. Die Bremsen sind ausreichend, aber wenig inspirierend. Schnell kann er sein, wenn man ihn fordert – doch das widerspricht seinem eigentlichen Wesen.

Der BMW X5 ist fokussiert, präzise und fahrerorientiert. Die Lenkung zieht sauber durch schnelle Kurven und füllt sich mit beruhigendem Gewicht, wenn die Pirelli P Zero Reifen an ihre Grenzen kommen. Lässt man das Gas in der Kurve los, schiebt das Heck sanft und vorhersehbar heraus. Die M-Spec-Bremsen bieten ein tadelloses Sicherheitsnetz. Der X5 erledigt schlicht alles, was man von ihm verlangt.

Fahrkomfort: Der Straßenbelag macht den Unterschied

Hier gewinnt der Range Rover spürbar an Boden zurück. Auf glattem Asphalt und Straßen mit gelegentlichen Unebenheiten ist der Federungskomfort des Sport außergewöhnlich – er schluckt Mikro-Oberflächenunebenheiten und größere Schlaglöcher mit gleicher Gelassenheit, und das Lenkrad ist beeindruckend gut von Vibrationen entkoppelt. Selbst auf rauen Schotterpisten hält das langhubige Fahrwerk die Lage bei Geschwindigkeiten unter Kontrolle, bei denen die meisten Konkurrenten ins Taumeln geraten würden.

Der X5 ist trotz seiner adaptiven Dämpfer weniger nachsichtig:

  • Glatte Autobahnen und sanfte Bodenwellen – im Comfort-Modus gut bewältigt
  • Dehnungsfugen, scharfkantige Schlaglöcher und schlechte Landstraßen – erzeugen harte, mitunter unangenehme Stöße im Innenraum
  • Die 22-Zoll-Notlaufreifen des M-Pakets verschlimmern die Situation auf schlechten Fahrbahnen zusätzlich

Allerdings ist auch der Range Rover nicht frei von altbekannten Schwächen. Nach acht Jahren Produktionszeit leidet der Sport noch immer unter einem anhaltenden Rappeln im Vorderfahrwerk – ein Problem, das er mit dem baugleichen Range Rover L405 teilt. Der Innenraum knarzt zudem spürbar, was angesichts der ansonsten hervorragenden Schallisolierung im Motorraum, an den Türdichtungen und in den Radkästen besonders störend wirkt.

Heckansicht-Vergleich von BMW X5 und Land Rover Range Rover Sport
Heckansicht des BMW X5 (rechts) und des Land Rover Range Rover Sport (links)

Innenraum, Platzangebot und Qualitätseindruck

Im Innenraum wirkt der BMW wie das modernere und technologisch fortschrittlichere Fahrzeug. Die Sitzposition des Fahrers ist besser konfiguriert, und der Passagierraum bietet mehr nutzbaren Raum. Gesamtverarbeitungsqualität und das Gefühl von Premium-Exklusivität neigen sich eindeutig in Richtung München.

Der Innenraum des Range Rover ist nicht ohne Vorzüge – insbesondere die fahrwerksbedingte Gelassenheit, die lange Reisen entspannt gestaltet – doch er erreicht nicht das allumfassende Qualitäts- und Modernitätsgefühl des X5.

BMW X5 und Land Rover Range Rover Sport nebeneinander geparkt
BMW X5 und Land Rover Range Rover Sport

Fazit: Welches Diesel-SUV gewinnt?

In einem Punktevergleich gewinnt der BMW X5 xDrive30d klar – und das noch bevor man seine geringere Geländetauglichkeit berücksichtigt. Hier die Zusammenfassung des Vergleichs:

  • Motorleistung — BMW gewinnt eindeutig: schnellere Beschleunigung, schärferes Ansprechen auf das Gaspedal und bessere Autobahnzugkraft
  • Getriebeabstimmung — BMW gewinnt; trotz des gemeinsamen ZF-Aggregats ist die Programmierung des X5 deutlich überlegen
  • Kraftstoffverbrauch — BMW gewinnt im Alltagstest
  • Fahrkomfort auf der Straße — Range Rover gewinnt sowohl auf glattem als auch auf schlechtem Untergrund
  • Geländetauglichkeit — Range Rover gewinnt dank leistungsfähigerem Allradantrieb und Untersetzungsgetriebe
  • Innenraumgröße und Qualität — BMW gewinnt
  • Laufkultur — Range Rover gewinnt bei Motorgeräusch und Vibrationen
  • Fahrverhalten und Dynamik — BMW gewinnt klar

Der Range Rover Sport D250 bietet mehr Fahrkomfort – aber nicht genug, um das Blatt zu wenden. Sein größtes Problem ist der neue Ingenium-Diesel selbst: Er bleibt nicht nur hinter dem BMW B57D30 zurück, sondern übertrifft in einigen Bereichen nicht einmal seinen eigenen Vorgänger. In seinen letzten Produktionsjahren ist der Sport kultivierter und alltagstauglicher geworden. Doch der Motor, der im Mittelpunkt dieses Vergleichs steht, lässt ihn im Stich – und das ist bei diesem Preisniveau schwer zu verzeihen.

Dies ist eine Übersetzung. Den Originalartikel können Sie hier lesen: https://www.drive.ru/test-drive/bmw/landrover/618303a138daa9b8a91c335d.html

Beantragen
Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse in das untenstehende Feld ein und klicken Sie auf „Anmelden“.
Abonnieren Sie und erhalten Sie vollständige Anweisungen über den Erhalt und die Verwendung des internationalen Führerscheins sowie Ratschläge für Fahrer im Ausland