BMW sprach erstmals im Herbst 2018 über eine Plug-in-Hybrid-Version des X5 G05, doch die Produktion begann tatsächlich erst im August 2019. Vor dem europäischen Verkaufsstart des Fahrzeugs wurden wir zu einer Präsentation des BMW X5 xDrive45e eingeladen, kombiniert mit einer Probefahrt des eng verwandten X6.

Vom xDrive40e zum xDrive45e: Die Entwicklung des Hybrids
Der alte xDrive40e, basierend auf dem X5 F15 der Vorgängergeneration, war Teil einer speziellen iPerformance-Reihe neben der Benzin-Elektro-Limousine der 7er-Serie. Dieses Modell ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten, obwohl der aktuelle X5-Hybrid tatsächlich mehr „Performance“ bietet. Anstelle des alten Zweiliter-Vierzylinders mit 245 PS setzt die neue Hybridgeneration auf einen Sechszylinder mit 3,0 Litern Hubraum und 286 PS.
Wichtige Eckdaten: Batterie, Reichweite und Elektromotor
Nach den Zahlen zu urteilen, hat sich auf der elektrischen Seite des Systems nicht viel verändert: Der Synchronmotor, der in das Achtgang-ZF-Automatikgetriebe integriert ist, leistet weiterhin 113 PS. Was sich geändert hat, ist die Batterie – ihre Kapazität ist auf 24 kWh gestiegen, gegenüber 9 kWh in der Vorgängergeneration. Dadurch hat sich die angegebene rein elektrische Reichweite nahezu verdreifacht und liegt nun zwischen 67 und 87 km nach WLTP-Zyklus.
- Motor: 3,0-Liter-Turbo-Sechszylinder, 286 PS
- Elektromotor: 113 PS, integriert in ein 8-Gang-ZF-Automatikgetriebe
- Systemleistung: 394 PS
- Batteriekapazität: 24 kWh (zuvor 9 kWh)
- Rein elektrische Reichweite: 67–87 km (WLTP)
- 0–100 km/h: 5,6 Sekunden
Zum Vergleich: Die BMW 745e Limousine nutzt denselben Antriebsstrang, jedoch mit einer nur halb so großen Batterie und Kraftübertragung ausschließlich auf die Hinterräder. Unter BMWs Plug-in-Hybriden führt der xDrive45e bei der elektrischen Reichweite – mit Ausnahme des X1 xDrive25Le, eines kompakten Crossovers, der speziell für den chinesischen Markt gebaut wird.
Fahren im Elektromodus: Leise, aber wenig beeindruckend
Zündung an, und der Turbo-Sechszylinder bleibt stumm – das Auto ist startbereit und fährt geräuschlos los. Hybrid ist der Standard-Fahrmodus, ein lautloser Elektromodus lässt sich aber in den Einstellungen auswählen. Unsere Testfahrtstrecke erlaubte es nicht, die Batterie zu entleeren, ohne dass der Verbrennungsmotor einspringt – und ehrlich gesagt waren wir auch nicht besonders scharf darauf: Als reines Elektroauto ist der xDrive45e nicht sonderlich beeindruckend.
Die Beschleunigung im Elektromodus ist bescheiden. Der Elektromotor liefert 265 Nm Drehmoment – reichlich für etwas wie einen Mini, aber der X5 wiegt fast 2,5 Tonnen, also beschleunigt er mit sichtbarer Anstrengung. Das Auto reagiert schnell auf Gaspedalbefehle, doch dahinter steckt keine echte Kraftreserve. Was es dafür bietet, ist Ruhe: Abgesehen von Windgeräuschen, Reifenabrollgeräuschen und einem leisen Surren des Getriebes gibt es kaum etwas zu hören. Der Turbomotor bleibt selbst bei Vollgas inaktiv und erwacht erst, wenn das Kickdown einsetzt.

Leistung im Hybridmodus: Schneller, als die Zahlen vermuten lassen
Schaltet man in den Hybridmodus, ändert sich das Bild. Die Beschleunigung wirkt wirklich überzeugend, auch wenn sie einen nicht in den Sitz presst. Der Crossover liefert keine dramatischen Emotionen, baut aber schnell und souverän Tempo auf. Der kombinierte Benzin-Elektro-Antrieb leistet 394 PS – 54 PS mehr als der reine Turbomotor in der xDrive40i-Version (340 PS). Dieser Vorteil wird teilweise durch das Gewicht ausgeglichen: Der Hybrid ist fast eine halbe Tonne schwerer als sein Benzin-Pendant. Dadurch erreicht er die 100-km/h-Marke eine Zehntelsekunde langsamer – 5,6 Sekunden gegenüber 5,5 Sekunden. Dennoch ist das eine klare Verbesserung gegenüber dem Hybrid der Vorgängergeneration, der für denselben Sprint 6,8 Sekunden benötigte.
Im Hybridmodus bemerkt man kaum, was unter der Motorhaube geschieht. Der Turbomotor scheint erstaunlich viel Zeit im ausgeschalteten Zustand zu verbringen, besonders beim Ausrollen. Wie bei einem Auto zu erwarten, das stark auf Rekuperation setzt, hat das Bremspedal ein leichtes Spiel, wenn das System Rückmeldungen einblendet – die Bremswege wirkten dabei jedoch nie inkonsistent oder schwer einschätzbar.
Fahrwerk, Handling und Komfort
Abgesehen vom Antriebsstrang unterscheidet sich der Hybrid kaum von seinen benzinbetriebenen Geschwistern auf derselben Plattform. Der Fahrkomfort bleibt auch auf den 21-Zoll-Rädern der Testwagen geschmeidig. Unsere Testfahrzeuge waren zudem mit der optionalen Lenkung mit variabler Übersetzung in Kombination mit volladaptivem Fahrwerk ausgestattet, und diese Kombination zahlt sich in Kurven aus – der Hybrid wirkt agil und leichtfüßig, ganz ähnlich wie der Standard-X5 mit derselben Fahrwerkstechnik.
Wie der X5 xDrive45e im Vergleich zu rivalisierenden Luxus-Hybrid-SUVs abschneidet
Der X5 xDrive45e hat bislang kaum direkte Konkurrenz. Der nächste Rivale ist der Porsche Cayenne E-Hybrid, dessen Systemleistung mit 462 PS höher liegt. Der Audi Q7 60 TFSI e (455 PS Systemleistung) steht kurz vor der Markteinführung. Auch Mercedes hat eine Hybridversion der neuen GLE vorgestellt, wobei noch unklar ist, ob der 320 PS starke Diesel-Elektro-Hybrid GLE 350 de in jedem Markt angeboten wird.
- Porsche Cayenne E-Hybrid: 462 PS Systemleistung
- Audi Q7 60 TFSI e: 455 PS Systemleistung (Markteinführung steht bevor)
- Mercedes GLE 350 de: 320 PS Diesel-Elektro (eingeschränkte Marktverfügbarkeit)

Wie es mit BMWs Plug-in-Hybrid-Reihe weitergeht
Ab 2020 führten mehrere europäische Städte eDrive-Zonen ein, in denen Hybride auf Anweisung des Navigationssystems automatisch in den rein elektrischen Fahrmodus wechseln müssen. Angesichts dieser Entwicklung wird BMWs Plug-in-Hybrid-Reihe weiter wachsen. Als Nächstes stehen die Crossover-Modelle X3 PHEV und X1 PHEV an, ergänzt durch eine Plug-in-Version des 3er-Kombis.
Dies ist eine Übersetzung. Das Original können Sie hier lesen: https://www.drive.ru/test-drive/bmw/5dd2701aec05c4f019000084.html
Veröffentlicht Mai 18, 2023 • 5 m zum Lesen