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Ford Fairlane 500 Skyliner: Das weltweit erste in Serie gefertigte Coupé-Cabriolet mit versenkbarem Hardtop

Ford Fairlane 500 Skyliner: Das weltweit erste in Serie gefertigte Coupé-Cabriolet mit versenkbarem Hardtop

Der Ford Fairlane 500 Skyliner nimmt einen einzigartigen Platz in der Automobilgeschichte ein, denn er war das weltweit erste in Serie gefertigte Coupé-Cabriolet mit versenkbarem Hardtop-Dach. Zwischen 1957 und 1959 gebaut, vereinte dieses ehrgeizige Ford-Modell den Komfort eines Hardtops mit der Freiheit eines offenen Cabriolets – Jahrzehnte bevor Konkurrenten wie der Mercedes SLK dieses Konzept populär machten. Hier ist die Geschichte seiner Erfindung, seiner Technik und seines späteren Niedergangs.

Die Ursprünge des versenkbaren Hardtops

Die Idee eines Autos mit versenkbarem Hardtop stammt vom amerikanischen Erfinder Ben Ellerbeck aus Salt Lake City. Bereits 1922 baute er das weltweit erste „Verwandlungsauto” mit abnehmbarem Hardtop, basierend auf einem zweitürigen Hudson Super Six. Das Dach war eine Einheit mit der Heckscheibe und bewegte sich über einen Hebelmechanismus nach hinten, der über einen drehbaren Griff auf der rechten Fahrzeugseite betätigt wurde und den hinteren Teil der Karosserie „bedeckte”. Ellerbeck bot seine Erfindung Ford und Packard an, doch beide Unternehmen zeigten damals kein Interesse.

Das typische Interieur der fünfziger Jahre: ein riesiges, dünnes Lenkrad und der Rahmen der Panoramawindschutzscheibe, der in die Türöffnung hineinragt. Die Löcher am oberen Rahmenrand dienen den Schraubverriegelungen des Daches.

Georges Paulin und das europäische Coupé-Cabriolet

Das Konzept tauchte fast ein Jahrzehnt später, 1931, wieder auf – dank des Franzosen Georges Paulin, von Beruf Zahnarzt, aber leidenschaftlicher Designer und Ingenieur. Seine Konstruktion namens Eclipse nutzte einen sperrigen Elektroantrieb, wobei sich das Dach in den Kofferraum faltete. Paulin versuchte zunächst erfolglos, André Citroën für seine Erfindung zu interessieren. Später tat er sich mit der Karosseriebaufirma Pourtout zusammen, und 1933 entstand mit dem viertürigen Hotchkiss das erste Auto mit Paulins Falt­dach-Konstruktion.

Das Design wurde später beim in Frankreich produzierten Lancia Belna eingesetzt und erreichte 1934 auch Peugeot. Die frühen Coupé-Cabriolets wurden nach individueller Bestellung gebaut, doch das erste relativ in Serie gefertigte „Verwandlungsauto” war der Peugeot 402 Eclipse, von dem zwischen 1935 und 1939 insgesamt 580 Einheiten produziert wurden. Käufer konnten den teuren elektrischen Dachantrieb als Option wählen, während das Basismodell eine Handkurbel nutzte, ähnlich wie bei Ellerbecks ursprünglichem Entwurf.

Zur Erleichterung des Einstiegs auf die Rückbank sind die Rückenlehnen der Vordersitze schräg gestellt. Die Rückenlehne der Rückbank steht fast senkrecht – dahinter befindet sich der Kraftstofftank.

1940 kehrte die Idee des versenkbaren Hardtops mit einem der weltweit ersten Concept Cars nach Amerika zurück: dem Chrysler Thunderbolt. Er besaß eine Aluminiumkarosserie, deren Dach in ein separates Fach „umklappte” und sich dabei um eine Achse hinter den Sitzen drehte.

Die hinteren Fenster versenkten sich seitlich und drehten sich dabei um die untere Befestigung der Vorderkante.

Wie Ford den versenkbaren Hardtop für die breite Masse zugänglich machte

Nach dem Zweiten Weltkrieg griffen die Amerikaner das Konzept des Coupé-Cabriolets als Erste wieder auf – passenderweise durch die Ford Motor Company, deren Manager Ellerbecks ursprüngliche Idee dreißig Jahre zuvor abgelehnt hatten. Der Mechanismus des versenkbaren Hardtops wurde zunächst vom Team des Ingenieurs Gil Spear für den Continental Mark II von 1955 entwickelt, das teuerste Modell im Ford-Programm, das separat von der Marke Lincoln vermarktet wurde.

Allerdings war die Nachfrage nach dem Basis-Coupé so gering, dass Ford bei jedem verkauften Exemplar tausend Dollar Verlust machte, trotz eines Preises von 10.000 Dollar. Das Modell wurde 1957 eingestellt. Bis dahin hatte Ford bereits mehr als zwei Millionen Dollar in die Entwicklung des versenkbaren Hardtops investiert und musste diese Investition durch den Einbau des Mechanismus in ein anderes Modell wieder hereinholen. Leider galt:

  • Die Lincoln-Karosserie der frühen 1950er-Jahre bot nicht genug Kofferraum für den Mechanismus, und das überarbeitete Modell war erst 1958 bereit.
  • Auch die neue Mercury-Baureihe verzögerte sich.
  • Die Ford-Personenwagen standen der Serienreife am nächsten.

So landete diese Technologie aus dem Premiumsegment – in heutigen Marketingbegriffen – auf einem „Volkswagen”: dem Ford Fairlane 500 von 1957.

Bei den ersten Skylinern sah der Dachhebel genau so aus, erst später wurde er durch eine feste Konsole in der Mitte der Frontblende ersetzt. Man zieht ihn zu sich – das Dach wird abgenommen; man drückt ihn – es hebt sich.
Ein Set für den Gentleman: Tachometer, Kilometerzähler, Kraftstoffanzeige, Kühlmitteltemperaturanzeige und Anzeige der Automatikgetriebe-Modi.
Um den ersten Gang des Automatikgetriebes einzulegen, muss der Hebel in die unterste Stellung, Lo, gebracht werden.

Der Skyliner im Detail: Größe und Design

Unter dem Namen Skyliner war dieses Coupé-Cabriolet das längste Modell im Ford-Programm – von Stoßstange zu Stoßstange fast 5,4 Meter lang und knapp zwei Meter breit. An diesem Auto wirkt alles überdimensioniert: Das Differentialgehäuse gleicht dem eines Lkw, und die Hinterachsfederung besteht aus sechslagigen Blattfedern.

Wie der Mechanismus des versenkbaren Hardtops funktionierte

Das Klappdach wird über einen Hebel links der Lenksäule bedient. Eine Relaiseinheit im Kofferraum steuert den Ablauf und ist mit Elektromotoren und Endschaltern verbunden, die entlang des Dachwegs und der Trägermechanismen angeordnet sind. Zwischen den einzelnen Phasen liegt eine spürbare Pause von zwei bis drei Sekunden. Ganz ohne Elektronik verhindert diese mechanische Ablaufsteuerung Konflikte zwischen den verschiedenen Systemteilen – zum Beispiel kann sich das Dach nicht zu falten beginnen, während der Kofferraumdeckel geschlossen ist. Die vollständige Verwandlung dauert fast eine Minute.

Ford Fairlane 500

Am Verwandlungsprozess sind sieben Elektromotoren beteiligt:

  1. Entriegelt die beiden Schraubverriegelungen des Kofferraumdeckels
  2. Hebt den Kofferraumdeckel selbst an
  3. Faltet den vorderen Abschnitt des Deckels (der sich in eine Ablage hinter den Rücksitzen verwandelt)
  4. Entriegelt die Dachverriegelungen am Windschutzscheibenrahmen
  5. Entriegelt die Dachverriegelungen am hinteren Teil der Karosserie
  6. Versenkt das Dach im Kofferraum (der stärkste Motor)
  7. Dreht den „Visier”-Abschnitt des Daches gleichzeitig mit dem Versenken

Danach kehrt der Kofferraumdeckel in seine Ausgangsposition zurück. Der gesamte Vorgang dauert 58 Sekunden.

Eine Besonderheit ist erwähnenswert: Der Kofferraum lässt sich nicht von Hand öffnen. Um eine Tasche zu verstauen, muss man mit demselben Hebel den Verwandlungsvorgang starten und ihn unterbrechen, sobald der Kofferraumdeckel angehoben ist – vorausgesetzt, das Dach ist bereits geschlossen – und ihn anschließend auf demselben Weg wieder absenken.

Motor und Leistungsdaten

Der Skyliner von 1957 wurde mit einer Auswahl von vier V8-Motoren zwischen 4,5 und 5,1 Litern Hubraum angeboten:

  • Basisversion: 190 PS
  • Stärkste, aufgeladene Version: 300 PS
  • Unser Testwagen: saugmotorischer 5,1-Liter-Motor mit 245 PS, gekoppelt mit einer von Borg Warner gebauten Dreigang-Automatik Ford-O-Matic

Los geht’s!

Die Heizung kostete 85 Dollar Aufpreis, und die Klimaanlage (bei diesem Wagen nicht vorhanden) weitere 377 Dollar.
Die Griffe L.Air und R.Air an den Seiten des Lenkrads steuern die Luftklappen, die die Luft zu den Füßen von Fahrer und Beifahrer leiten. Rechts: ein als anderer Schalter getarnter Zigarettenanzünder.

Wie sich der Skyliner fahren lässt

Mit einem kleinen Schlüssel, ähnlich einem Briefkastenschlüssel, starte ich den Motor, ziehe den Hebel an der Lenksäule zu mir heran und nach unten, und mit einem spürbaren Ruck legt sich – nicht der erste, sondern der zweite Gang – ein. Im Fahrmodus „Drive” nutzt das Getriebe nur den zweiten und dritten Gang, weshalb Fords Automatik oft fälschlich für ein Zweigang-Getriebe gehalten wird.

Der zwei Tonnen schwere Skyliner setzt sich sanft in Bewegung und wechselt bei etwa 40 km/h unmerklich in den dritten Gang. Der V8 brummt zufrieden unter der Motorhaube und verzeiht so gut wie jede Fehlbehandlung – selbst das Beschleunigen aus dem Leerlauf im dritten Gang. Wie die Amerikaner gerne sagen: Es gibt keinen Ersatz für Hubraum.

Der kraftvolle 5,1-Liter-„V8″-Motor der Y-Block-Bauweise passt mühelos in den geräumigen Motorraum. Der Waschwasserbehälter mit Düsen wurde erst später eingebaut – der Hersteller bot diese Option ab 1958 an.
Der Hydraulikzylinder der Servolenkung ist direkt an der mittleren Lenkstange befestigt.

Die Federung ist sehr weich – bei größeren Unebenheiten wackelt die Karosserie spürbar, und auf Wellen kommt es zu einem Schaukeln. Dennoch wirkt der Skyliner nicht schwammig: Er hält die Spur ordentlich, und die Seitenneigung in Kurven ist nicht übermäßig. Die Lenkung fühlt sich um die Mittelstellung herum völlig „tot” an, füllt sich aber überraschend mit Rückmeldung, sobald man in eine Kurve einlenkt – das Ergebnis einer relativ schwachen Servolenkungsunterstützung. Später, in den sechziger Jahren, verstärkten amerikanische Hersteller die Servolenkung deutlich und beseitigten dadurch praktisch jedes Lenkgefühl. Beim Skyliner reicht es gerade so. Im Stand „hakt” die Servolenkung oft, weshalb es sich eingebürgert hat, das Lenkrad erst nach dem Anlassen des Motors zu drehen.

Interessant ist, dass sich der Fahrcharakter des Wagens je nach Dachstellung kaum ändert: Das Anheben des Daches verschiebt die Gewichtsverteilung nur geringfügig und reduziert die Belastung der Hinterachse um lediglich 2,4 %.

Die Verkleidung des Faches ist im Laufe der Jahre verloren gegangen, ebenso wie der in der Mitte montierte „Korb” für Gepäck. An den Seiten befinden sich Schneckengetriebe zum Heben und Senken des Verdecks, angetrieben von einem im Reserveradfach (verdeckt durch einen Holzdeckel) versteckten Elektromotor. Daneben liegen in Gehäusen eingekapselte Federausgleicher, die die Arbeit der Elektromotoren erleichtern. An der Rückwand ist ein Motor für den Kofferraumdeckel montiert, der ebenfalls über flexible Wellen mit den Schneckengetrieben verbunden ist.
Das Differentialgehäuse gleicht dem eines Drei-Tonnen-Lkw, und der ohnehin schon stabile Rahmen ist mit einem X-förmigen Einsatz aus dicken Profilen verstärkt. Die fast anderthalb Meter langen Blattfedern der Hinterachsfederung wirken progressiv: Unter Last kommen die oberen Blätter mit Zwischenpuffern in Kontakt, wodurch sich die wirksame Länge der Federn um ein Viertel verringert und ihre Steifigkeit entsprechend zunimmt.
Die bekannten blauen Ovale sucht man am Skyliner vergebens – Ford-Personenwagen der späten Fünfzigerjahre trugen dieses Wappen-Emblem, und das Modell Thunderbird hatte sogar sein eigenes Logo.

Die Aerodynamik ist überraschend gut: Bei offenem Dach und einer Geschwindigkeit von 80 km/h zerzaust der Fahrtwind selbst bei heruntergekurbelten Seitenscheiben nur das Haar am Oberkopf, während die Fondpassagiere den Zug bereits als unangenehm empfinden.

Preisgestaltung und Marktposition

Das Coupé-Cabriolet war nicht sonderlich teuer und startete bei 2.942 Dollar für die Basisversion – nur etwa das 1,5-Fache des Preises der günstigsten Ford-Custom-Limousine. Unser Testwagen, ausgestattet mit dem Fünf-Liter-Motor, Automatikgetriebe, Radio, Heizung, Servolenkung und Servobremsen, kostete 3.464 Dollar. Zum Vergleich:

  • Ford Thunderbird (sportlicher Zweisitzer): ab 3.408 Dollar
  • Basismodell Lincoln: ab 4.649 Dollar
Der Skyliner erschien auf dem Höhepunkt der Mode für Heckflossen.

Verkaufszahlen und der Niedergang des Skyliners

Trotz einer wegen des späten Verkaufsstarts verkürzten sechsmonatigen Verkaufssaison wurden vom Modelljahr 1957 insgesamt 20.766 Einheiten verkauft, was für erheblichen Andrang in den Ausstellungsräumen sorgte. Das Interesse an dem komplexen, launischen Konstrukt kühlte jedoch rasch ab:

  • 1957: 20.766 verkaufte Einheiten
  • 1958: 14.713 verkaufte Einheiten
  • 1959: 12.915 verkaufte Einheiten, danach wurde das Coupé-Cabriolet eingestellt
Zum Modelljahr 1958 erfuhr der Ford Fairlane 500 Skyliner, wie die gesamte „Personenwagen”-Familie, ein umfassendes Redesign. Es kamen mehr Motoren mit größerem Hubraum hinzu, die Ausstattungsliste wurde erweitert und umfasste sogar eine Luftfederung. Beim Coupé-Cabriolet wurde zudem der Dach-Versenkmechanismus modernisiert: Statt Schneckengetrieben kamen nun Hydraulikzylinder zum Einsatz.
Die Fords nach dem Redesign des Modelljahres 1959 gelten als eine der schönsten Baureihen jener Jahre. Doch weder das gelungene Design noch die mitten in der Saison erfolgte Verlagerung des Skyliner-Modells von der Fairlane-500-Familie in die prestigeträchtigere Galaxie-Reihe (bei der nur die Namensplaketten geändert wurden) konnten die Verkaufszahlen verbessern. In der völlig neuen Baureihe von 1960 blieb nur noch das reguläre Sunliner-Cabriolet übrig, das zuvor drei- bis viermal besser verkauft worden war als das „Verwandlungsauto”.

Das Vermächtnis des Skyliners

Der Ford Fairlane 500 Skyliner war seiner Zeit voraus. Kein Hersteller baute jemals wieder ein vollwertiges, viersitziges Cabriolet mit hartem Klappdach, nachdem Ford das Modell eingestellt hatte. Das nächste in Serie gefertigte Coupé-Cabriolet der „neuen Welle”, der Mercedes SLK, erschien erst 1996 – fast vierzig Jahre später.

Ford Fairlane 500 Skyliner: Vollständige technische Daten

  • Fahrzeug: Ford Fairlane 500 Skyliner
  • Karosserieform: Zweitüriges Coupé-Cabriolet
  • Sitzplätze: 6
  • Leergewicht: 1.920 kg
  • Motor: Benzin, Vergaser
  • Einbaulage: Vorne, längs
  • Zylinder: 8, V-förmig
  • Hubraum: 5.115 cm³
  • Zylinderdurchmesser / Kolbenhub: 96,5 / 87,4 mm
  • Verdichtungsverhältnis: 9,7:1
  • Ventilanzahl: 16
  • Maximale Leistung: 245 PS / 180 kW bei 4.600 U/min (SAE)
  • Maximales Drehmoment: 437 Nm bei 2.600 U/min
  • Getriebe: Automatik, 3-Gang
    • 1. Gang: 2,40
    • 2. Gang: 1,47
    • 3. Gang: 1,00
    • Rückwärtsgang: 2,00
    • Achsübersetzung: 3,56
  • Antrieb: Hinterradantrieb
  • Vorderachsfederung: Einzelradaufhängung, Schraubenfeder, mit doppelten Querlenkern
  • Hinterachsfederung: Starrachse, Blattfeder
  • Bremsen: Trommelbremsen
  • Reifen: 8.00-14
  • Tankinhalt: 66 Liter

Foto von Stepan Schumacher

Dies ist die Übersetzung. Den Originalartikel können Sie hier lesen: Игорь Владимирский протестировал первый в мире массовый купе-кабриолет Ford Fairlane 500 Skyliner

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