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Mitsubishi Pajero Sport im Test: Das neue Flaggschiff auf dem Prüfstand

Mitsubishi Pajero Sport im Test: Das neue Flaggschiff auf dem Prüfstand

Der überarbeitete Pajero Sport wurde nicht zufällig zum Flaggschiff der Mitsubishi-Modellpalette — der ausgewachsene Pajero wurde eingestellt, und die Kosten für die Aktualisierung eines Modells, das seit 2006 ununterbrochen produziert wird, ließen sich schlicht nicht mehr rechtfertigen. Mit der Verschiebung der strategischen Prioritäten bei Mitsubishi fiel der Thron diesem robusten SUV zu, dessen Wurzeln auf eine Nutzfahrzeug-Pickup-Plattform zurückgehen. Wie schlägt sich also das neue Flaggschiff? Wir sind 500 Kilometer gefahren, um es herauszufinden.

Was ist neu am Facelift des Pajero Sport?

Das Facelift wurde vor ein paar Jahren vorgestellt, doch Lieferengpässe verzögerten eine vollständige Presse-Probefahrt bis jetzt. Die Änderungen sind gezielt statt umfassend — Mitsubishi konzentrierte sich auf die Alltagstauglichkeit statt auf eine technische Generalüberholung, teils aus Budgetgründen, teils weil die treue, konservative Kundschaft nicht nach radikalen Neuerungen verlangt.

Zu den wichtigsten Neuerungen des Restylings gehören:

  • Neu gestaltete Frontpartie mit einem massiven Chromkühlergrill und schmalen LED-Scheinwerfern
  • Überarbeitete vordere Stoßdämpfer für besseren Fahrkomfort
  • Neue elektrische Heckklappe mit Kick-Sensor (eine Premiere für das Pajero-Modell)
  • Neu geformte Kofferraumverkleidung, die das Wasser ableitet, wenn die Heckklappe im Regen geöffnet wird
  • Auto-Hold-Funktion zum Funktionsumfang hinzugefügt
  • Neues Warnsystem für sich nähernde Fahrzeuge bei Parkmanövern
Mitsubishi Pajero Sport Facelift 2022 Frontansicht mit Chromkühlergrill und LED-Scheinwerfern
Der Mitsubishi Pajero Sport der dritten Generation (Restyling), erkennbar an einem massiven Chromkühlergrill und schmalen LED-Scheinwerfern

Motor und Getriebe: Der 2,4-Liter-Turbodiesel unter der Lupe

Unsere Testwagen kamen in der Topausstattung Ultimate, angetrieben vom bekannten 2,4-Liter-Turbodiesel 4N15 mit 181 PS und 430 Nm Drehmoment. Der optionale 3,0-Liter-V6-Benziner war nicht Teil des Tests — er macht weniger als 10 % der Verkäufe aus und lohnt die Ablenkung nicht. Gekoppelt mit einem Achtgang-Automatikgetriebe von Aisin, so schlägt sich der Antriebsstrang in der Praxis:

  • Stadtverkehr: Sanft und unaufdringlich — das Dieselnageln, über das sich manche Kollegen beschweren, bleibt deutlich im akzeptablen Rahmen. Das Automatikgetriebe schaltet schnell, und der Stadtverkehr bereitet keine Probleme, sei es beim Anfahren an der Ampel oder beim Spurwechsel.
  • Autobahnfahrt: Der Sport hält souverän die Spur, zeigt jedoch ein leichtes, wellenartiges Nicken über unsichtbare Fahrbahnunebenheiten. Die Amplitude bleibt kontrolliert und wird nie beunruhigend.
  • Überholen: Hier ist Geduld gefragt. Die Traktion beim Beschleunigen aus der Fahrt heraus ist bescheiden — schalten Sie mit der Schaltwippe eine Sekunde vor dem Manöver einen Gang zurück und halten Sie das Gaspedal durchgängig durchgetreten. Der Diesel baut nur langsam Drehzahl auf, weshalb ein Software-Update des Motorsteuergeräts (ECU) bei Besitzern beliebt ist. Davon abgesehen ist das Überholen bei Geschwindigkeiten bis 120 km/h (75 mph) durchaus machbar, wenn auch nicht aufregend.
  • Kraftstoffverbrauch: Die 500 km (310 Meilen) lange Testfahrt, zügig gefahren, ergab knapp unter 11 Liter auf 100 km. Der 68-Liter-Tank ermöglicht eine realistische Reichweite von rund 700 km (435 Meilen) pro Tankfüllung.

Innenraum: Komfort, Ergonomie und das Flaggschiff-Problem

Innenraum, Armaturenbrett und Kabine des Mitsubishi Pajero Sport Ultimate 2022
Innenraum des Mitsubishi Pajero Sport

Vierundzwanzig Stunden am Steuer hinterließen keine Spur von Ermüdung — eine echte Leistung für einen SUV mit Leiterrahmen. Es gibt jedoch mehrere ergonomische Eigenheiten, die auf einem Auto, das nun als Flaggschiff positioniert ist, fehl am Platz wirken:

  • Keine Memory-Funktion für die Sitzeinstellung — selbst in der Ultimate-Ausstattung müssen Höhe und Lenksäulen-Reichweite jedes Mal manuell eingestellt werden
  • Die App Mitsubishi Remote Control lässt sich nur mit einem einzigen Telefon koppeln — keine Benutzerprofile für mehrere Fahrer
  • Die Mittelkonsole ist so breit, dass manche Fahrer sie als beengend empfinden; die verstärkten Seitenwände, die verhindern sollen, dass größere Fahrer am Tunnelkunststoff streifen, lösen die Breitenproblematik nicht vollständig
  • Die Lederausstattung ist eher steif und wirkt funktional statt hochwertig
  • Keine Sitzbelüftung — ein echtes Manko bei einer Probefahrt in heißem Klima
  • Die TPMS-Werte (Reifendruckkontrolle) sind über das Hauptdisplay nicht ohne Weiteres abrufbar

Positiv ist, dass sich der Innenraum leicht abwischen lässt und die Sitzposition selbst gut für lange Strecken geeignet ist. Eine Tagestour von 1.000 km (620 Meilen) am Stück erscheint durchaus realistisch.

Sicherheits- und Fahrerassistenzfunktionen der Ultimate-Ausstattung

Mitsubishi Pajero Sport 2022 bei der Fahrt auf der Autobahn
Mitsubishi Pajero Sport

Die Ultimate-Konfiguration bietet ein umfassendes Paket an aktiver und passiver Sicherheitstechnik:

  • Adaptiver Tempomat
  • Auto Hold (mit einer Haltedauer von maximal 10 Minuten vor dem Lösen)
  • Totwinkelüberwachung mit Anzeigen in den Außenspiegeln
  • 360-Grad-Rundumsicht-Kamera
  • Automatischer Notbremsassistent bis 80 km/h
  • Warnung vor sich nähernden Fahrzeugen bei Parkmanövern (neu bei diesem Facelift)

Das Lenkgefühl ist leichtgängig und geschmeidig, mit nahezu vier Umdrehungen von Anschlag zu Anschlag — doch der Wendekreis bleibt unter 5,6 m (18 ft), sodass der Pajero Sport in engen Räumen wendiger ist, als man es von einem großen Rahmen-SUV erwarten würde.

Geländetauglichkeit: Super Select 4WD-II im Einsatz

Mitsubishi Pajero Sport im Gelände auf einer Schotterpiste
Mitsubishi Pajero Sport

Trockenes Wetter und ein Waldbrandverbot beschränkten die Geländeabschnitte auf Schotter- und Erdpisten statt auf echtes Trail-Fahren — dennoch reichte es aus, um das Super-Select-4WD-II-System zu beurteilen. Das haben wir festgestellt:

  • Allradzuschaltung: Der Drehregler aktiviert den Allradantrieb bei Geschwindigkeiten bis 100 km/h (62 mph) und reagiert innerhalb von 3–4 Sekunden. Ein leichter Ruck, wenn die Vorderachse unter Last zugeschaltet wird, ist eine bekannte Eigenheit aller Pajero-Sport-Generationen — kein Defekt, nur eine Marotte.
  • Geländeuntersetzung: Mit eingelegter Untersetzung bewältigt der Sport steile Gefälle voll kontrolliert, ohne die Bremse zu berühren. Sicher und berechenbar.
  • Hinterachs-Differenzialsperre: Mitten in einer Steigung bei einer Verschränkungspassage aktiviert, und das Auto erreichte den Gipfel ohne Mühe.
  • Fahrwerk: Die überarbeiteten vorderen Stoßdämpfer machen einen echten Unterschied. Der Sport vor dem Facelift hatte den Ruf, auf Erdpisten heftig zu springen; diese Version absorbiert Stöße sauber. Kein Knarzen, keine Schläge in die Kabine, kein Klappern beim rauen Übergang von Beton auf Asphalt, den wir mit Tempo trafen.
  • Ein Hinweis zur Vorsicht: Das Kühlerpaket ist nach wie vor nicht durch ein Metallgitter geschützt. Ein Stein von einer Schotterstraße, der den Ladeluftkühler trifft, könnte Sie liegen lassen — es lohnt sich, dies mit einem Schutzgitter aus dem Zubehörhandel zu beheben.

Fazit: Ein fähiges Flaggschiff mit einer Identitätsfrage

Mitsubishi Pajero Sport im Freien geparkt
Mitsubishi Pajero Sport

Das Schwierigste am überarbeiteten Pajero Sport ist nicht das Fahren — es ist die Anpassung der eigenen Erwartungen an das, was er ist. Ein Auto, das lange als günstige Alternative zum „echten“ Pajero galt, hat den Flaggschiff-Status erhalten, ohne einen entsprechenden Sprung in der Verarbeitung. Selbst in der Ultimate-Ausstattung wirkt die Kabine nüchtern statt hochwertig. Das ist in Ordnung für Käufer, die Langlebigkeit und leichte Reinigung über weiche Oberflächen stellen — aber es ist ein Spannungsfeld, das Mitsubishi nicht vollständig aufgelöst hat.

Nach zwei vollen Tagen am Steuer hier das Fazit:

  • ✅ Wirklich komfortabel auf langen Autobahnetappen
  • ✅ Hervorragender Kraftstoffverbrauch für die Klasse — unter 11 l/100 km selbst bei zügiger Fahrweise
  • ✅ Geländetauglich mit einem bewährten Allradsystem und Hinterachssperre
  • ✅ Verbessertes Fahrwerk gegenüber dem Modell vor dem Facelift
  • ✅ Umfassende Sicherheits- und Fahrerassistenztechnik in der Ultimate-Ausstattung
  • ❌ Die Innenraumqualität entspricht nicht der Flaggschiff-Positionierung
  • ❌ Der Turbodiesel erfordert beim Überholen mit Tempo eine Vorausplanung
  • ❌ Mehrere ergonomische Einschränkungen, die 2022 veraltet wirken
  • ❌ Keine Sitzbelüftung, keine Mehrbenutzerprofile, keine Memory-Sitze

Würde ich den ausgewachsenen Pajero vermissen? Ehrlich gesagt, nein. Die Abmessungen des Sport passen besser zum Alltag, und seine Geländequalitäten sind für das Segment solide. Er ist nicht der ausgereifteste SUV, den man kaufen kann, aber einer der ehrlichsten — und für den richtigen Käufer zählt das immer noch eine ganze Menge.

Dies ist eine Übersetzung. Das Original können Sie hier lesen: https://www.drive.ru/test-drive/mitsubishi/60d99c526c487c28d2a905a2.html

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