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Elektroauto-Vergleich: Zeekr 001 vs Mercedes-Benz EQE

Elektroauto-Vergleich: Zeekr 001 vs Mercedes-Benz EQE

2021 stellte Zeekr, die Premium-Submarke von Geely, den Zeekr 001 vor, ein elektrisches Liftback, das mit etablierten Konkurrenten wie dem Mercedes-Benz EQE mithalten soll. Aber hat dieser chinesische Elektrowagen das Zeug dazu, einen stammbaumreichen deutschen Rivalen herauszufordern? Wir haben beide Elektrofahrzeuge im direkten Vergleich gegenübergestellt, um das herauszufinden.

Mercedes-Benz’ später Einstieg in den Elektroauto-Markt

Erinnern Sie sich, als der Crossover-Boom vor etwa zwanzig Jahren begann und jeder zweite Autotest mit demselben Satz eröffnete – dieser Hersteller hat alles verschlafen, andere bringen schon längst erhöhte Pseudo-Geländewagen auf den Markt, und er führt gerade erst ein SUV ein? Dieselbe Geschichte gilt heute für Mercedes und Elektrofahrzeuge. Mehrere chinesische Autohersteller haben bereits eingelöst, was Mercedes erst kürzlich zu erfüllen begann. Das Elektroprogramm der deutschen Marke wurde vor sieben Jahren in Stuttgart gestartet, mit dem Plan, bis 2022 zehn Elektromodelle auf Basis einer eigenen modularen Elektroplattform herauszubringen.

Mercedes-Benz EQE

Bis heute gibt es nur vier solcher Modelle – und ohne Maßband ließe sich argumentieren, dass es eigentlich nur zwei sind, denn EQS und EQE sehen bis auf ihre Abmessungen fast identisch aus. Beide basieren auf Mercedes’ neuester Modularer Elektroarchitektur. Dieser Vergleich ist also eigentlich ein Duell zweier Dreibuchstaben-Abkürzungen: MEA gegen SEA.


Die Kunststoffblende anstelle der Frontpartie wirkt eher mittelmäßig. Gegen Aufpreis lässt sie sich komplett
mit dem Hyperscreen verkleiden.

Zwar digital, aber immer noch klassisch. Bei der Ablesbarkeit gibt es keine Probleme, man kann eine andere Designoption wählen, aber in jedem Fall ist es komfortabler als beim Zeekr.

Der Rest von Mercedes’ Elektro-Palette basiert auf klassischen Benzinplattformen, und die neue Generation der elektrischen Smart-Modelle wird sogar in Zusammenarbeit mit Geely auf der SEA-Plattform gebaut – eine echte Wendung des Schicksals.

Die MBUX-Grafik ist nach wie vor an vorderster Front des Fortschritts. Schnellzugriff auf Anwendungen – über Tasten.

Außendesign: Aerodynamik vs Ästhetik

Beim Design spielt sich dieser Kampf sozusagen auf dem Meeresgrund ab – Mercedes lässt sich hier eindeutig von einem Tiefseebewohner inspirieren, jener Art von Wesen, das dort lebt, wo kein Sonnenlicht hinreicht und niemand zusieht. Dabei werden mehrere klassische Konventionen des Autodesigns gebrochen:

  • Die Linie der vorderen Säule trifft auf die Ecke der Stoßstange, statt durch deren Mitte zu verlaufen
  • Der drei Meter lange Radstand lässt eine Lücke, in die fast viereinhalb Raddurchmesser passen, statt der üblichen vier
  • Zwischen Motorhaube und vorderem Kotflügel tauchen ungewöhnliche Verbindungselemente auf
  • Eine lange Seitenfläche erforderte zusätzliche Einsätze, da sich die Türen nicht weiter strecken ließen

Trotz dieser Eigenheiten erreicht der EQE einen beeindruckenden cw-Wert von nur 0,22.

Die Grundposition des EQE-Sitzes lässt sich nur über Tasten einstellen, die feinere Anpassung erfolgt über das Bildschirmmenü.
Die Sitzeinstellungstasten sind überraschend schwergängig mit kurzem Federweg.

Antrieb, Batterie und Reichweitenvergleich

Wie Enzo Ferrari einst sagte, ist Aerodynamik für jene, die keine Motoren bauen können. Zeekr jagt sicherlich keinen Effizienzrekorden nach – seine beiden Elektromotoren leisten zusammen 544 PS. Die wichtigsten Antriebsdaten beider Elektrofahrzeuge:

  • Beide Autos nutzen eine 100-kWh-Batterie – LG-Zellen im Mercedes, CATL-Zellen im Zeekr
  • Zeekr bietet zudem eine Version mit 140-kWh-Batterie an
  • Beide Liftbacks wurden hier in der Hinterradantriebs-Version getestet
  • Die angegebene Reichweite nach dem chinesischen CLTC-Zyklus (vergleichbar mit NEFZ) übersteigt 1.000 km

Auf Basis umfangreicher Tests chinesischer Elektrofahrzeuge liegt die reale Reichweite typischerweise ein Drittel bis die Hälfte unter den offiziellen Angaben – doch selbst mit diesem Abschlag bleibt es eine beeindruckende Zahl.

Billige Rücksitze sind der größte Schwachpunkt des EQE: eine unbequeme, senkrechte Landung auf einer niedrigen Bank passt nicht zum insgesamt hohen Komfortniveau.

Der EQE bietet auch eine separate Klimatisierung für die zweite Sitzreihe.

Unser Zeekr-Testwagen verbrauchte bei sommerlichen Bedingungen im Schnitt rund 22 kWh/100 km, was einer realen Reichweite von knapp über 400 km entspricht – für die meisten Bedürfnisse ausreichend, aber bescheiden im Vergleich zum Mercedes. Bei normaler Fahrweise schafft der EQE etwa 500 km mit einer Ladung, bei vorausschauender Fahrweise sogar knapp 600 km. Der Besitzer des EQE ist ein überzeugter Langstrecken-Elektroenthusiast und hatte einige denkwürdige Ladegeschichten aus seiner Zeit mit einem elektrischen Smart zu erzählen – darunter eine Gelegenheit, bei der er an einem Sägewerk lud, wo die Mannschaft ihre Säge aus einer Drehstromsteckdose ausstöpselte, damit er laden konnte. Es hat funktioniert.

Mercedes verfügt über Launch-Elemente. Die Getriebesteuerung ist ebenfalls klassisch gelöst – am Lenkstockhebel.

Auf unserer Teststrecke verbrauchte der Mercedes im Schnitt 17 kWh/100 km – möglicherweise ein Rekord für ein Elektroauto dieser Leistung und dieses Gewichts (2.385 kg auf unserer Waage; der Zweimotoren-Zeekr ist nur 23 kg schwerer). Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass ein traditioneller Autohersteller von Grund auf eine wirklich effiziente Elektroplattform bauen kann, statt einfach eine Batterie in eine bestehende Limousine oder ein Crossover-Modell einzubauen, wie Mercedes es beim Rest seiner Elektro-Palette getan hat.


Das Ablagefach für Kleinigkeiten und die Becherhalter verbergen sich hinter einem glänzenden Deckel.

Innenraum und Infotainment: MBUX vs Zeekrs Multimediasystem

Der Innenraum des EQE fühlt sich nach wie vor in erster Linie wie ein Auto an – vertraut, modern und einfach zu bedienen. Die Sitze sind hervorragend, die Instrumente sind übersichtlich, und MBUX bleibt eines der besten Infotainmentsysteme auf dem Markt, selbst im Vergleich zu aktuellen chinesischen Systemen. Drittanbieter-Funktionen wie Navigations- und Musik-Apps funktionieren im Mercedes spürbar besser, und das Yamaha-Audiosystem im Zeekr bleibt sowohl bei Detailtreue als auch bei Dynamik hinter den Burmester-Lautsprechern des EQE zurück.

Aber bei der Dynamik wird der Zeekr nicht enttäuschen.

Die Rundumsicht-Kameras des EQE liefern während der Fahrt ein klares und flüssiges Bild, während das Bild beim Zeekr gelegentlich ruckelt.

Nähert man sich dem Zeekr und drückt den Türgriff, öffnet sich die Tür automatisch. Diese Zeremonie kann sich allerdings etwas hinziehen – steht man zu nah dran oder im falschen Winkel, pausiert der Vorgang, bevor er wieder fortgesetzt wird. Manuelles Öffnen wäre manchmal vorzuziehen. Positiv ist dagegen das automatische Schließen nach dem Anheben des Innengriffs, was ein wirklich netter Kniff ist.

Der Mercedes hat selbst in der Einmotoren-Version keinen Frunk. Dieser Bereich ist überhaupt nicht dafür gedacht, vom Besitzer geöffnet zu werden: Der Griff ist unter einer Zierabdeckung versteckt, und es gibt nicht einmal einen Anschlag an der Haube selbst.

Im Innenraum beeindruckt der Zeekr mit seiner Materialqualität – schon auf Fotos ist zu erkennen, dass der Mercedes eine einfachere Verarbeitung hat. Allerdings kann der EQE mit einem riesigen Hyperscreen bestellt werden, der sich über das gesamte Armaturenbrett erstreckt, wenn auch zu einem deutlich höheren Preis.

Eine Neuheit deutscher Layout-Designer ist der Kühlmittel-Einfüllstutzen hinter einer Klappe im Kotflügel.

Für dasselbe Geld macht der Zeekr einen stärkeren ersten Eindruck, mit Alcantara- und weicher Lederausstattung sowie einem Glasdach mit einstellbarer Transparenz – Details, die Einsteiger in die Elektromobilität leicht überzeugen. Der sportlich aussehende Schalensitz ist jedoch zu hoch montiert und hat ein unbequemes Profil, und der winzige digitale Instrumentenbildschirm ist schwer abzulesen, was den Gesamteindruck des Fahrersitzes trübt. Ob dies eine Sparmaßnahme oder ein Hinweis auf zukünftiges autonomes Fahren ist, bleibt Auslegungssache.


Der Mercedes ist ein Fastback, daher hat sein Kofferraum die traditionelle Architektur einer Limousine. Geräumig, aber nicht mit derselben Öffnung wie beim Zeekr. Beachten Sie, dass die Scharniere unter der Verkleidung verlaufen.

Fahrassistenzsysteme und Autopilot-Leistung

Beide Elektrofahrzeuge sind mit Radarsensoren und Rundumsichtkameras ausgestattet und können auch auf kurvigen Straßen einem vorausfahrenden Fahrzeug folgen. Der Mercedes EQE stach als eines der ersten Autos hervor, bei denen die Übergabe von Lenkrad und Pedalen auf echten Straßen wirklich angenehm wirkt. Er handhabt Gas und Bremse souverän, hält auch in engeren Kurven eine stabile Linie durch die Mitte der Fahrspur und beginnt sanft zu lenken, lange bevor das Rad eine Fahrbahnmarkierung überfahren würde. Auf einer belebten Vorortautobahn war es möglich, eine gute Strecke zurückzulegen, ohne das Lenkrad überhaupt zu berühren.


Die aerodynamischen Radkappen verdecken das Mercedes-Rad fast vollständig – um die Ventilkappe abzuschrauben, muss man sich schon etwas anstrengen.

Der Zeekr hingegen scheint seinen Autopilot-Unterricht geschwänzt zu haben. Sein Fahrassistenzsystem zeigt die typischen Schwächen vieler aktiver Tempomat-Systeme – übermäßig scharfes, verzögertes Bremsen selbst bei niedrigen Geschwindigkeiten sowie eine Tendenz, zwischen den Fahrbahnmarkierungen hin- und herzupendeln. In einer engeren Kurve steuerte das System ohne jede Vorwarnung selbstbewusst direkt in den Graben.


Das fischähnliche Design des EQE ist nicht beeindruckend, aber der richtig gewählte Hintergrund hilft, die Wahrnehmung zu verbessern – wir danken dem Golfclub LINKS für seine Unterstützung bei den Dreharbeiten.

Es besteht eine gute Chance, dass Software-Updates das verbessern werden – wie Tesla spielt auch Zeekr Updates over the air ein, ganz nach Smartphone-Manier.

Elektroauto Zeekr 001

Wir waren mit der Erwartung angetreten, erneut die Dynamik der chinesischen Autoindustrie vorgeführt zu bekommen, wobei der avantgardistische Zeekr keinen Stein – oder keine Batteriezelle – gegen den elektrischen Mercedes auf sich beruhen lassen würde. Doch die Ergebnisse erzählten eine andere Geschichte.


Der Zeekr begeistert mit der klassischen Form und dem Design des Lenkrads. Die Lenksäule hat übrigens keinen separaten Einstellhebel – wie bei Tesla. Man muss ins Menü gehen und über eine Touch-Fernbedienung an der rechten Speiche bedienen.

Der kleine Instrumentenbildschirm erinnert an ein modernes Motorrad. Er ist nicht sehr gut ablesbar – die wichtigsten Informationen erhält man über einen Projektor auf der Windschutzscheibe.

Fahrkomfort und Alltagstauglichkeit

Der EQE ist das beste Elektroauto, das für diesen Vergleich gefahren wurde. Der Polestar 2 mag dynamischer und sportlicher sein, aber das Gesamtpaket des EQE rangiert höher. Es bleibt abzuwarten, wie sich der größere EQS fährt, aber dieses kompaktere Fastback gewinnt beim Komfort.


Zeekrs Multimediasystem ist bislang nur teilweise aus dem Chinesischen übersetzt, aber dank des logischen Menüs merkt man sich schnell alle nötigen Zeichen. Und vor allem gibt es hier keine Probleme mit der Installation von Drittanbieter-Apps.

Dieselbe Menüarchitektur fand sich auch im Hybrid Li L9 und in einigen BYD-Modellen: ein neuer chinesischer Standard. Um wichtige Fahreinstellungen aufzurufen, wischt man einfach den Bildschirm nach unten, wie bei einem Smartphone.

Er ist bemerkenswert leise bis zur Höchstgeschwindigkeit, und die Luftfederung gleicht Fahrbahnunebenheiten schnell und unmerklich aus. Ein paar praktische Komfortdetails, die erwähnenswert sind:

  • Die Bodenfreiheit des EQE kann von serienmäßigen 137 mm auf 163 mm für unebenes Gelände angehoben werden
  • Die serienmäßige Bodenfreiheit des Zeekr ist bereits höher und kann auf 206 mm ansteigen
  • Beide Autos erreichen die für ein gut umgesetztes Elektrofahrzeug typische, nahezu geräuschlose Kabine

Der EQE ist vielleicht nicht im klassischen Sinne hübsch, aber seine Form funktioniert tatsächlich – es gibt praktisch überhaupt keine aerodynamischen Windgeräusche.


Farbige Sicherheitsgurte sind ein auffälliges Element fast aller Zeekr-Modelle. Der Sitz sieht großartig aus, aber in der Realität stellte sich das Profil der Rückenlehne als problematisch heraus.

Im Innenraum des Zeekr gibt es kaum Individualität, aber die Qualität lässt auch bei kleinen Details nicht nach – wie in einem guten Kettenhotel.

Dieses Komfortniveau hat einen unbeabsichtigten Nebeneffekt: Da so wenig sensorische Rückmeldung beim Fahrer ankommt, fährt man leicht schneller, als beabsichtigt – ein Blick auf den Tacho kann bei 120 km/h für echte Überraschung sorgen. Es ist eine seltsame Ironie, dass hoher Komfort dem Fahrwerk in Kurven zusätzliche Arbeit abverlangen kann.

Innenraum des Elektroautos Zeekr 001

Der gastfreundliche Zeekr lässt selbst großgewachsene Menschen bequem sitzen. Die Rückenlehnen lassen sich neigen, es gibt eine separate Mikroklimazone. Allerdings blockieren die hohen Vordersitze die Sicht nach vorn nahezu vollständig, und die zentrale Armlehne ist nach vorn geneigt.

Die dritte Klimazone fehlt nur in der Basiskonfiguration We.

Die Lenkung des EQE fühlt sich dick und gewichtig an, was an Mercedes’ ältere Lenkgetriebe-Ära erinnert – nur ohne die trägen Reaktionszeiten jener Tage. Im Standard-Fahrwerksmodus bewegt sich die Karosserie bei Geschwindigkeit etwas mehr als ideal, seufzt über Wellen hinweg und setzt sich in Kurven auf dem belasteten Rad ab. Der Wechsel in den Sport-Dämpfermodus behebt dies, ohne die Fahrqualität spürbar zu beeinträchtigen, und eignet sich gut als Standardeinstellung für zügiges Fahren auf Landstraßen. Fährt man zu schnell in eine Kurve, reagiert der EQE mit einem sanften Vorderradschlupf, der Geschwindigkeit abbaut und sich wieder auf die korrekte Linie einpendelt – ohne Drama, ohne Pulsanstieg.


Der Getriebe-Joystick des Zeekr sieht aus wie ein Kieselstein vom Strand – er liegt perfekt in der Hand und bewegt sich mit angenehmem Widerstand.

Hier gibt es wenig zu bemängeln, abgesehen von einer unbequemen zweiten Sitzreihe – niedrige, harte Polster und eine übermäßig aufrechte Rückenlehne fühlen sich angesichts des vorderen Komfortniveaus deutlich untypisch für Mercedes an.

Aber gewinnt der Zeekr nicht zumindest bei der Dynamik?


Das elektrochrome Panoramadach des Zeekr kann die Lichtdurchlässigkeit automatisch oder per Menübefehl verändern – von nahezu transparent bis dunkelblau, wie auf dem Foto. In diesem Modus hält das Glas 99,9 % der UV-Strahlung zurück, und der Lichtschutzfaktor SPF erreicht 50. Nicht-originale Sonnenblenden werden auf dem chinesischen Markt allerdings bereits verkauft.

Beschleunigung, Bremsen und Leistungstests

Für Fans des unmittelbaren Nervenkitzels: Tritt man das Gaspedal durch, droht das Mittagessen den Rückweg anzutreten. Der Zeekr erreichte seine versprochenen 3,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h nicht ganz, aber 4,1 Sekunden reichen immer noch für einen starken Eindruck. Bis 200 km/h dauert es noch einmal rund zehn Sekunden, bevor der „Agent 001“ an seinen Geschwindigkeitsbegrenzer stößt.

Ergebnisse des Leistungstests für das Elektrofahrzeug Zeekr 001. Das Auto beschleunigte von 0 auf 100 km/h in 4,1 Sekunden. Der Test ergab eine Höchstgeschwindigkeit von 204 km/h. Der Bremsweg aus 100 km/h betrug 38,1 Meter

Diese Beschleunigungstests machten auf etwas aufmerksam, das für leistungsstarke Elektrofahrzeuge im Allgemeinen gilt: das Gefühl, beim Start wie eine Schaufensterpuppe in den Sitz gedrückt zu werden, ohne den Klang, die Erwartung und die Vibration, die eine harte Beschleunigung in einem Verbrenner spannender machen. Hier ist es meist nur ein anhaltender Schub unter dem Heulen eines Elektromotors.

Ergebnisse des Leistungstests für das Elektrofahrzeug Mercedes-Benz EQE 350+. Das Auto beschleunigte von 0 auf 100 km/h in 6,3 Sekunden. Der Test ergab eine Höchstgeschwindigkeit von 208 km/h. Der Bremsweg aus 100 km/h betrug 35,1 Meter

Deshalb wirken die bescheideneren – aber dennoch völlig ausreichenden – 6,3 Sekunden des EQE von 0 auf 100 km/h subjektiv angenehmer, ohne das Gefühl, ein unfreiwilliges Versuchskaninchen zu sein. Selbst im Eco-Modus reagiert der Zeekr scharf auf Gaseingaben, während der Mercedes die Leistung linearer abgibt. Der EQE verfügt zudem über ein cleveres Schaltwippen-System für die Rekuperationsbremsung:

  • Die rechte Wippe aktiviert den Segelmodus, ähnlich wie das Hochschalten eines Gangs
  • Die linke Wippe aktiviert eine sanfte, standardmäßige Rekuperationsstufe
  • Ein zweites Antippen der linken Wippe verstärkt die Rekuperation zu einer stärkeren Verzögerungseinstellung

Echtes One-Pedal-Fahren ist beim EQE jedoch nicht verfügbar – eine bewusste Entscheidung, um vertraute Fahrgewohnheiten für Besitzer konventioneller Autos zu bewahren.

So schneiden die beiden Elektrofahrzeuge bei den wichtigsten Leistungskennzahlen ab:

  • Höchstgeschwindigkeit: Mercedes-Benz EQE 350+ 208 km/h vs Zeekr 001 204 km/h
  • 0–60 km/h: 3,0 s (EQE) vs 2,3 s (Zeekr)
  • 0–100 km/h: 6,3 s (EQE) vs 4,1 s (Zeekr)
  • 0–150 km/h: 13,4 s (EQE) vs 7,7 s (Zeekr)
  • 400-m-Sprint: 14,1 s (EQE) vs 11,8 s (Zeekr)
  • 60–100 km/h im Gang: 3,3 s (EQE) vs 2,1 s (Zeekr)
  • 80–120 km/h im Gang: 4,3 s (EQE) vs 2,6 s (Zeekr)
  • Bremsweg aus 100 km/h: 35,1 m (EQE) vs 38,1 m (Zeekr)

Der Zeekr hingegen ist darauf ausgelegt, sich weit von einem konventionellen Auto entfernt anzufühlen, und meistert das One-Pedal-Fahren sehr gut. Allerdings wirkt die Stärke der Rekuperationsbremsung unmittelbar nach dem Loslassen des Gaspedals bei 60–80 km/h übertrieben und beeinträchtigt den Gesamtkomfort – besonders für die Mitfahrer.

Der Kofferraum des Zeekr 001

Der Frunk, der bei Elektroauto-Fahrern so beliebte vordere Kofferraum, ist beim Zeekr nur symbolisch, aber der hintere Hauptkofferraum ist sehr gut gelöst: Man kann das Bodenniveau ändern, die Verarbeitung ist ausgezeichnet.

Fahrverhalten und Fahrwerk: Wo der Zeekr schwächelt

Komfort ist nicht die Stärke des Zeekr. Der Unterschied bei der akustischen Verfeinerung gegenüber dem Mercedes ist spürbar, aber nicht dramatisch – bei der Laufruhe fällt dieses Liftback am weitesten zurück, zumindest in diesem Vergleich. Im Komfortmodus der Luftfederung schafft es das Auto, harte Schläge auf der Vorderachse mit einem schaukelnden Heck zu kombinieren. Auch das Handling leidet:

  • Die Lenkung fühlt sich straff und etwas unnatürlich an
  • Die Ansprechschärfe passt nicht zur eckigen Steifigkeit des Fahrwerks
  • Der Zeekr fährt Kurven stufenweise an und neigt bei forscher Fahrweise zum Rutschen
  • Das Stabilitätskontrollsystem betrachtet dies als normal und greift nur selten ein

Das Umschalten der Dämpfer in den Sport-Modus reduziert das Wanken der Karosserie, macht aber das Fahren nicht angenehmer – und die Lenkung wird spürbar schwerer. Zum Glück lässt sich im Individual-Modus die leichtere Lenkung mit der straffen Fahrwerkseinstellung kombinieren. Beim Spurwechseltest driftete der Zeekr durchweg seitlich durch das Manöver, mit minimalem Eingreifen der Elektronik – ein System, das eindeutig eine Neukalibrierung gebrauchen könnte.

Zeekr 001

Ladebuchsen an Elektrofahrzeugen befinden sich meist in den vorderen Kotflügeln – ähnlich wie der Tankstutzen bei Porsche-Sportwagen.

Für viele reale Käufer spielen Fahrwerksnuancen wie diese kaum eine Rolle. Der Besitzer dieses Zeekr hat einen BMW 550d in Zahlung gegeben und ist mit seiner Wahl vollauf zufrieden – er räumt die Schwächen beim Fahrverhalten ein, nennt aber Design, Verarbeitungsqualität und ein neues Mobilitätsgefühl als wichtigere Faktoren. Die moderne Batteriekapazität sorgt zudem dafür, dass Reichweitenangst weitgehend kein Thema mehr ist; dies war möglicherweise der erste Elektroauto-Test, bei dem das Team einfach so viel gefahren ist, wie und wann es wollte.


Abgesehen von einem breiten Spalt zwischen Kofferraum und hinteren Kotflügeln ist die Karosserie des Zeekr auf sehr hohem Niveau verarbeitet.

Mit intelligenter Routenplanung sind Elektroauto-Roadtrips durchaus machbar – und der EQE dürfte das erste Nicht-Verbrenner-Auto sein, das für den täglichen Stadtverkehr wirklich Freude bereitet.

Zeekr 001 und Mercedes-Benz EQE

Expertenwertung: Ergonomie, Dynamik, Komfort

Autoreview-Expertenbewertungen

Gesamtpunktzahl der Experten, von 1.000 möglichen Punkten:

  • Mercedes-Benz EQE 350+: 855 / 1000
  • Zeekr 001: 835 / 1000

Ergonomie — Im Mercedes sitzt man bequemer, mit klar auf dem großen Instrumentenbildschirm angezeigten Fahrerinformationen. Der Zeekr überzeugt bei der Innenraumqualität, aber seine Sitzform ist nicht optimal.

  • Gesamtpunktzahl (max. 220): Mercedes-Benz EQE 350+ — 190 (Fahrersitz 95/110, Sicht 95/110); Zeekr 001 — 185 (Fahrersitz 90/110, Sicht 95/110)

Dynamik — Der Zeekr ist spürbar schneller und eignet sich gut für One-Pedal-Fahren, obwohl das vielleicht der Grund ist, warum sich seine Bremsen unausgereift anfühlen. Der Mercedes ist nicht aufregend zu fahren, aber durchweg gut, während der Zeekr Probleme mit der Richtungsstabilität hat und eines der am wenigsten angenehmen Lenkgefühle seiner Klasse bietet.

  • Gesamtpunktzahl (max. 360): Mercedes-Benz EQE 350+ — 305 (Beschleunigung 90/110, Bremsen 115/130, Handling 100/120); Zeekr 001 — 295 (Beschleunigung 100/110, Bremsen 105/130, Handling 90/120)

Fahrkomfort — Komfort ist die größte Stärke des Mercedes; fast jeder Konkurrent wirkt im Vergleich dazu laut und unruhig.

  • Gesamtpunktzahl (max. 220): Mercedes-Benz EQE 350+ — 205 (Laufruhe 100/110, Akustikkomfort 105/110); Zeekr 001 — 180 (Laufruhe 85/110, Akustikkomfort 95/110)

Innenraumkomfort — Die Rücksitze des EQE sind ein Schwachpunkt, und sein Limousinen-Kofferraum ist nicht so praktisch wie das Liftback-Design des Zeekr.

  • Gesamtpunktzahl (max. 200): Mercedes-Benz EQE 350+ — 155 (Rücksitze 90/110, Kofferraum 60/80, Verwandlung 5/10); Zeekr 001 — 175 (Rücksitze 100/110, Kofferraum 65/80, Verwandlung 10/10)

Notfallverhalten: Elchtest und Schleuderkontrolle

Der Zeekr hinterlässt im Stand einen stärkeren Eindruck als der Mercedes – doch sobald Notfallmanöver ins Spiel kommen, kehrt sich der Vorsprung dramatisch um.

Das Ausweichmanöver des Mercedes wirkt nicht besonders dramatisch. Auf seinen Pirelli-P-Zero-Reifen hält der EQE bis 72 km/h die Spur, ohne zu schleudern. Die Rückkehr in die ursprüngliche Fahrspur löst ein leichtes Schleudern aus, das das Stabilitätssystem antizipiert, indem es das kurvenäußere Vorderrad abbremst und einen kontrollierten Drift einleitet. Bei 79 km/h ist eine Rückkehr aus der Gegenfahrbahn nicht mehr möglich.

Mercedes-Benz EQE

Der Zeekr verhält sich ganz anders – er rutscht seitlich in Richtung Graben in einem schlecht kontrollierten Schleudern. Anders als beim Mercedes wird das Schleudern, das bei derselben Geschwindigkeit einsetzt, von der Elektronik überhaupt nicht eingefangen; ein klares Eingreifen des Stabilitätssystems war nicht feststellbar. Das Auto rutscht einfach seitlich in die benachbarte Fahrspur und darüber hinaus und kommt schließlich in die entgegengesetzte Richtung zum ursprünglichen Schleudern ausgerichtet zum Stehen. Die Kontrolle wiederzuerlangen hängt letztlich vom Fahrer ab.

Zeekr 001

Beim Zeekr ist es sicherer zu bremsen, als einen Überholvorgang zu versuchen. Sein ABS-System ist nicht besonders modern und liefert eine durchschnittliche Verzögerung sowie einen Bremsweg von 36 Metern – vier Meter mehr, als der Mercedes zum Anhalten benötigte.

Geschwindigkeit beim Elchtest:

  • Mercedes-Benz EQE: 79,0 km/h
  • Zeekr 001: 76,1 km/h

Abmessungen, Gewicht und technische Daten

Abmessungen, Gewicht und Achslastverteilung (Herstellerangaben werden angezeigt, wo keine tatsächlichen Messwerte verfügbar waren; das tatsächliche Fahrzeuggewicht versteht sich ohne Fahrer; die Bodenfreiheitswerte variieren je nach Modus der Luftfederung):

Abmessungen in Millimetern. Herstellerangaben blau hervorgehoben
* Tatsächliches Fahrzeuggewicht ohne Fahrer
** Je nach Modus der Luftfederung

Vollständige technische Daten — Mercedes-Benz EQE 350+ vs Zeekr 001:

  • Länge / Breite / Höhe (mm): EQE 4946 / 1961 / 1512 — Zeekr 4970 / 1999 / 1560
  • Radstand (mm): EQE 3120 — Zeekr 3005
  • Spurweite vorne/hinten (mm): EQE 1633/1642 — Zeekr k.A.*
  • Kofferraumvolumen: EQE 430 l — Zeekr 2144 l** (bis zur Decke, Rücksitze umgeklappt)
  • Leergewicht: EQE 2310 kg — Zeekr k.A.
  • cw-Wert: EQE 0,22 — Zeekr 0,23
  • Motortyp: Beide — Synchronmotor, Permanentmagnet
  • Motorposition: EQE — quer über der Hinterachse; Zeekr — über Vorder- und Hinterachse
  • Maximale Leistung: EQE 292 PS / 215 kW — Zeekr 544 PS / 400 kW
  • Maximales Drehmoment: EQE 565 Nm — Zeekr 768 Nm
  • Antriebsbatterie: Beide — Lithium-Ionen, 100 kWh Kapazität
  • Batteriespannung: EQE 328 V — Zeekr 407 V
  • Antriebseinheit: EQE — Hinterradantrieb; Zeekr — Allradantrieb mit je einem Motor pro Achse
  • Vorderradaufhängung: EQE — Einzelradaufhängung, pneumatisch, Vierlenker; Zeekr — Einzelradaufhängung, pneumatisch, Doppelquerlenker
  • Hinterradaufhängung: Beide — Einzelradaufhängung, pneumatisch, Mehrlenker
  • Höchstgeschwindigkeit (elektronisch begrenzt): EQE 210 km/h — Zeekr 205 km/h
  • Beschleunigung 0–100 km/h: EQE 6,4 s — Zeekr 3,8 s
  • Reichweite WLTP/CLTC: EQE 624 km (WLTP) — Zeekr 606 km (CLTC)
  • Maximale DC-Ladeleistung: EQE 173 kW — Zeekr 360 kW

*k.A. — keine Angabe

Foto von Dmitri Pitersky

Dies ist eine Übersetzung. Den Originalartikel können Sie hier lesen: Электромобили Zeekr 001 и Mercedes-Benz EQE: море волнуется

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