Wenn es um Sieben-Sitzer-SUVs mit Allradantrieb geht, ist kaum ein Vergleich so aufschlussreich wie der zwischen dem Toyota Highlander und dem Volkswagen Teramont. Der Highlander gehört zu den teuersten Modellen seiner Klasse mit einem Einstiegspreis von 55.000 $ – während Konkurrenten typischerweise 4.000 bis 11.000 $ günstiger sind. Dennoch verkaufte Toyota in einem einzigen Jahr 264.128 Highlander. Markentreue oder mehr? Wir haben ihn dem Volkswagen Teramont gegenübergestellt, der im gleichen Zeitraum 162.437 Käufer fand, um das herauszufinden.
Exterieur-Design und Verarbeitungsqualität
Der erste Eindruck zählt – und die beiden SUVs könnten bei Passgenauigkeit und Verarbeitung kaum unterschiedlicher sein. Der Highlander wird im Toyota-Werk in Princeton, USA, gefertigt, und die Verarbeitungsqualität ist leider nicht seine Stärke. Die Spaltmaße sind bei nahezu allen Karosserieteilen groß, am auffälligsten an der Heckklappe, den hinteren Kotflügeln und der Stoßstange. Zwischen der Motorhaube und den LED-Scheinwerfern passt fast ein halber Finger. Für ein 55.000-$-Fahrzeug ist das schwer zu schlucken.
Der Teramont hinterlässt einen deutlich besseren ersten Eindruck. Seine kantige Karosserie mit Chromdetails wirkt wie aus schwarzem Marmor gemeißelt. Das R-Line-Sportpaket verleiht ihm eine noch aggressivere Optik mit:
- Einer Frontstoßstange mit vergrößerten Lufteinlässen
- Einem hinteren Pseudo-Diffusor für eine sportlichere Silhouette
- Breiten 21-Zoll-Leichtmetallfelgen (gegenüber den 20-Zoll-Felgen des Highlanders)
Ein Wermutstropfen: Die vierfachen Auspuffblenden sind rein dekorativ – verchromte Zierrahmen ohne tatsächliche Öffnungen dahinter. Ein kleines, aber bezeichnendes Detail an einem ansonsten scharf gestylten SUV.

Vordere Sitzreihe: Komfort, Ergonomie und Materialien
Beide SUVs bieten einen einfachen Einstieg vorn mit niedrigen, sauberen Einstiegsschwellern, die beim Schließen der Türen geschützt bleiben. Die Innenraumphilosophien der beiden Fahrzeuge sind jedoch sehr unterschiedlich.
Der Highlander bevorzugt eine entspannte Fahrposition – das Lenkrad ist leicht geneigt, was dazu führt, dass man etwas näher daran sitzt und die Beine stärker angewinkelt sind. Der weiche, großzügig gepolsterte Sitz mit breiten, nachgiebigen Seitenwangen ist auf langen Fahrten angenehm bequem. Die Innenraumqualität rechtfertigt weitgehend den Preis:
- Hochwertige Kunststoffe im gesamten Innenraum
- Echtes Leder an den Türverkleidungen
- Echte Ziernähte
Dennoch ist der Innenraum des Highlanders nicht frei von Schwächen. Eine billige Holzimitat-Verkleidung und eine Ansammlung altmodisch wirkender physischer Tasten trüben das Bild. Ergonomisch gesehen ist die Taste für die Lenkradheizung neben den Bedienelementen der Rundum-Kamera versteckt, anstatt logischerweise an der Klimasteuerung zu sitzen. Der zentrale Touchscreen leidet zudem unter träger Reaktion auf Berührungseingaben, langsamer Wischgestenerkennung und einer etwas ungünstigen Position, die ihn für den Fahrer leicht zu weit entfernt platziert.
Der Teramont verfolgt einen deutlich sportlicheren Ansatz. Die stramme Sitzpolsterung und festen Seitenwangen halten den Fahrer sicher in Position, während das Lenkrad mit dünnen Speichen vertikaler montiert ist – was eine engagiertere Fahrposition fördert. Die tiefere Sitzposition und der stärker gestreckte Beinwinkel unterstreichen dieses dynamische Gefühl, ohne zu vergessen, dass es sich immer noch um einen Familien-Crossover handelt.
Die Innenraummaterialien des Teramont wirken eher wie beim günstigeren Polo als bei einem Premium-SUV. Die Ergonomie ist jedoch hervorragend – konsequentes, logisches Volkswagen-Layout im gesamten Fahrzeug – mit einer kleinen Ausnahme: Der Schalthebel wechselt von D nach S mit einem vagen, unpräzisen Schaltvorgang. Das Multimediasystem entspricht nicht der neuesten Generation und die Bildschirmauflösung enttäuscht, übertrifft aber immer noch das veraltete Infotainment des Toyota. Beide Systeme könnten Smartphones nahtloser einbinden.

Zweite und dritte Sitzreihe: Passagierraum im Vergleich
Der Teramont ist länger als der Highlander und hat einen größeren Radstand, was sich in deutlich mehr Platz für Fondpassagiere niederschlägt. Wenn der Fahrersitz für eine Körpergröße von 1,75 m eingestellt ist, können Fondpassagiere Folgendes erwarten:
- Volkswagen Teramont: 15,0 cm Kniefreiheit, 14,0 cm Kopffreiheit
- Toyota Highlander: 11,0 cm Kniefreiheit, 4,0 cm Kopffreiheit
Die zweite Reihe des Teramont ist zudem breiter für drei Personen nebeneinander, bietet einen größeren Längsverstellbereich und verfügt über eine neigbare Rückenlehne. Beide Fahrzeuge sind hier gut ausgestattet, darunter:
- Separate Klimaanlage für den Fondbereich
- Beheizte Sitze in der zweiten Reihe
- USB-Ladeanschlüsse
- Fensterrollos
Beim Sitzkomfort punktet jedoch der Highlander. Das Sitzkissen der zweiten Reihe – weiches Leder über üppiger Polsterung – ist spürbar bequemer als die härtere Alternative des Teramont. Für lange Fahrten als Fondpassagier gewinnt der Highlander allein durch den Komfort.

Die dritte Sitzreihe ist der größte Schwachpunkt des Highlanders. Selbst mit nach vorne geschobenem zweiten Sitz ist die Beinfreiheit eng. Die Kopffreiheit ist kaum ausreichend, und die niedrige Sitzposition mit angehobenen Knien macht jede Fahrt dort hinten unangenehm. Die dritte Reihe des Teramont ist wesentlich nutzbarer – leichter zugänglich, mit ausreichend Platz in alle Richtungen und einem natürlicheren Sitzwinkel.
Motorleistung und Kraftstoffeffizienz
Beide Crossover werden von Sechszylinder-Saugmotoren mit je 249 PS angetrieben. Die Drehmomentwerte sind nahezu identisch:
- Volkswagen Teramont: 360 N·m Drehmoment
- Toyota Highlander: 356 N·m Drehmoment
Im Zeitalter der Turbomotoren setzt keines der Aggregate neue Maßstäbe – aber beide erfüllen ihre Aufgabe gut. Sie drehen willig hoch, liefern ab 2.500 U/min über den gesamten Drehzahlbereich starken Zug und bleiben auf der Landstraße leistungsfähig.
In der Praxis ist der Highlander jedoch eindeutig das schnellere der beiden Fahrzeuge. Trotz eines ähnlichen Gewichts wie der Teramont setzt er sich vom Stand überzeugend ab und baut seinen Vorsprung bis auf 130 km/h weiter aus. Bei Zwischenspurts – von 60 auf 100 km/h und von 80 auf 120 km/h – lässt der Toyota den Volkswagen konsequent hinter sich.
Auch beim Kraftstoffverbrauch liegt Toyota vorn. Der Teramont verbraucht unter vergleichbaren Fahrbedingungen 2 bis 3,5 Liter mehr auf 100 km. Hinzu kommt, dass der Highlander mit Normalbenzin (ROZ 92) auskommt, während der Teramont Superbenzin (ROZ 95) benötigt – was den Unterschied bei den Betriebskosten im Laufe der Zeit erheblich macht.

Getriebe und Fahrverhalten
Beide Fahrzeuge verwenden das 8-Gang-Automatikgetriebe Aisin AWF8F45, das in beiden Anwendungen gut abgestimmt ist. Ein leichter Gasstoß bewirkt einen schnellen einzelnen Rückschaltvorgang; ein beherzter Tritt schaltet mehrere Gänge zurück – etwa von Gang 8 auf Gang 4 – mit minimaler Verzögerung. Im Highlander vermisst man den fehlenden Sport-Modus kaum. Im Teramont ist der Sport-Modus vorhanden, wird aber selten benötigt, obwohl das längere Halten der Gänge auf kurvenreichen Strecken eine willkommene Option ist.
Auf kurvenreichen Straßen beeindruckt der Teramont wirklich für ein Fahrzeug seiner Größe. Trotz seiner fünf Meter Länge bietet er:
- Natürliches, kommunikatives Lenkgefühl
- Kontrollierte, moderate Seitenneigung in schnellen Kurven
- Starke Hochgeschwindigkeitsstabilität in langen Bögen
- Vorhersehbares, Vertrauen einflößendes Fahrverhalten im Schnee dank des Haldex-V-Allradsystems
Der einzige Schwachpunkt ist ein Bremspedal mit etwas zu viel Pedalweg – die tatsächliche Bremskraft ist jedoch nicht zu beanstanden.
Der Highlander ist weniger fahrdynamisch ansprechend. Das Lenkgefühl ist künstlich, die Stabilitätskontrolle arbeitet dauerhaft ohne Möglichkeit zur Reduzierung des Eingriffs, und das Allradsystem wirkt bei sportlicher Fahrt wenig inspirierend. Auch das Bremspedal erfordert mehr Kraft als erwartet, was selbst im Alltagsbetrieb ein anhaltendes Gefühl schwacher Verzögerung hinterlässt.
Fahrkomfort und Federung
Dies ist einer der entscheidendsten Unterschiede zwischen diesen beiden SUVs – und er spricht nicht für den Teramont. Sein Fahrwerk ist straff abgestimmt, vielleicht übermäßig so. Durchschnittliche Straßenunebenheiten erzeugen scharfe vertikale Stöße, und größere Schlaglöcher lassen die zwei Tonnen schwere Karosserie merklich erschüttern. Unangenehme seitliche Karosseriebewegungen auf unebenen Oberflächen sind für Passagiere beunruhigend, und Vibrationen von den Rädern übertragen sich auf den Boden. Nur feine Fahrbahnbeschaffenheit bleibt unbemerkt.
Der Highlander meistert raue Oberflächen deutlich gelassener. Auf einer Straße mit Schlaglöchern fühlt er sich weicher, besser gedämpft und erheblich weniger ermüdend an. Er schlägt sich auch auf unbefestigten Schotterstraßen besser und überwindet raues Gelände gleichmäßig und ohne aufzusetzen. Zwei praktische Hinweise: Die Wahl von 18-Zoll-Felgen statt 20-Zoll verbessert den Fahrkomfort weiter, und das Fahrzeug verfügt über keinen angemessenen Unterfahrschutz – was auf rauem Gelände zu bedenken ist.
Geländetauglichkeit
Für Käufer, die gelegentlich abseits befestigter Straßen fahren, hat der Teramont die Nase vorn:
- Bessere geometrische Böschungswinkel
- Leistungsfähigerer und konfigurierbarer Geländeassistent
- Bewältigt Radverschränkung ohne aktiven Geländemodus
- Serienmäßiger Unterfahrschutz
Der Highlander hat ohne aktiven Geländemodus Probleme mit Radschlupf auf unebenem Untergrund – die freien Räder drehen durch, anstatt die Antriebskraft effektiv zu übertragen. Außerdem fehlt ihm der serienmäßige Unterfahrschutz, mit dem der Teramont ausgestattet ist.

Fazit: Toyota Highlander oder Volkswagen Teramont?
Beide SUVs überzeugen – auf unterschiedliche Weise. Hier das Fazit:
Wählen Sie den Toyota Highlander, wenn:
- Fahrkomfort und Langstreckenkomfort Ihre obersten Prioritäten sind
- Sie eine stärkere Motorleistung und niedrigere Kraftstoffkosten wünschen
- Ihnen ein gemütlicheres, hochwertigeres Interieur wichtig ist
- Sie den Ruf der Toyota-Zuverlässigkeit schätzen und bereit sind, dafür zu zahlen
Wählen Sie den Volkswagen Teramont, wenn:
- Passagierraum – insbesondere in der zweiten und dritten Reihe – Priorität hat
- Sie ein sportlicheres, engagierteres Fahrerlebnis bevorzugen
- Ein größeres, praktischeres Innenraumlayout und ein größerer Kofferraum Ihren Bedürfnissen entsprechen
- Sie vergleichbare Ausstattung zu einem günstigeren Preis wünschen
- Sie offen für den aufgeladenen Vierzylinder-Motor (schneller und sparsamer) und kleinere Felgen (für mehr Fahrkomfort) sind
Als Familien-SUV hat der Highlander insgesamt die Nase vorn – mit besserem Fahrkomfort, einem verfeinerten Innenraum und stärkerer Alltagsleistung. Doch der Teramont überzeugt mit mehr Passagierraum, einem niedrigeren Einstiegspreis und echtem Fahrspaß – eine überzeugende Alternative, die ernsthaft in Betracht gezogen werden sollte. Keines der Fahrzeuge ist makellos – aber beide bieten etwas, was das andere schlichtweg nicht kann.
Dies ist eine Übersetzung. Das Original können Sie hier lesen: https://www.drive.ru/test-drive/toyota/volkswagen/61c1fda3eb24dd878b21eeb7.html
Veröffentlicht Februar 24, 2022 • 9 m zum Lesen