Als der erste Elektro-Lexus sein Debüt feierte, war er noch eine Art Kompromisslösung. Das kompakte SUV Lexus UX 300e basierte auf einem Benzinmodell und war nicht in allen Ländern erhältlich. Die vollwertige Entwicklung einer Reihe von Elektro-Lexus-Modellen, die ohne Bindung an ältere Modelle entstanden, steckte damals noch in den Kinderschuhen. Heute werfen wir einen genaueren Blick auf den Lexus RZ 450e – Lexus’ ersten eigens entwickelten Elektro-Crossover.

Plattform und Design: Eine Premium-Interpretation des Toyota bZ4X
Im Grunde handelt es sich um eine Premiumversion des kompakten SUV Toyota bZ4X (auch bekannt als Subaru Solterra). Der neue Lexus basiert auf derselben e-TNGA-Plattform, verfügt über einen identischen Radstand von 2850 mm und teilt sich sogar das markante Karosserieprofil. Dennoch zeigt Lexus ein eigenständiges Design mit charakteristischen Elementen wie der massiven „Spindel” anstelle des Kühlergrills und der bekannten Heckflügelform des Modells RX.

Im Vergleich zum ursprünglichen Toyota weist der neue Lexus deutlich verlängerte Karosserieüberhänge auf, was zu einer Gesamtlängenzunahme von 4690 mm auf 4805 mm führt – nur 85 mm kürzer als der benzinbetriebene Lexus RX. Zu den wichtigsten Abmessungen zählen:
- Länge: 4805 mm
- Breite: 1895 mm
- Höhe: 1635 mm
- Radstand: 2850 mm
- Radoptionen: 18 oder 20 Zoll

e-TNGA-Plattform und Fahrwerkstechnik
Die elektrische e-TNGA-Plattform ist nach modernen Standards konzipiert: Sie verfügt über kompakte, standardisierte Motormodule (mit integrierten Invertern und Untersetzungsgetrieben), und die unter dem Boden platzierte Traktionsbatterie ist in die tragende Struktur der Karosserie integriert. Zu den Highlights des Fahrwerks zählen:
- Vorderradaufhängung: McPherson-Federbein
- Hinterradaufhängung: Doppelquerlenker
- Stoßdämpfer: Amplitudenabhängig – eine Premiere für Lexus

Steer-by-Wire: Das One-Motion-Grip-System
Ähnlich wie bei seinem Toyota-Schwestermodell wird eine „By-Wire”-Lenkung als Option angeboten, genannt One Motion Grip. Toyota ist damit der zweite Automobilhersteller, der ein solches System in Serienfahrzeugen einführt; Infiniti war 2013 der erste. Während Infiniti-Modelle jedoch weiterhin eine Lenksäule mit einer Notkupplung besitzen, die bei Bedarf eine mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Rädern herstellt, fehlt diese bei Toyota und Lexus. Vorgesehen sind lediglich ein Notstromsystem und ein gewisser Schutz gegen Fehler im elektronischen Steuerungssystem.

Der Verzicht auf eine Lenksäule ermöglicht ein beliebiges Übersetzungsverhältnis, und Fahrzeuge mit diesem System verfügen anstelle des herkömmlichen Lenkrads über eine Art Lenkradersatz. Im aggressivsten Modus beträgt die Lenkbewegung von Anschlag zu Anschlag weniger als eine halbe Umdrehung – nur 150 Grad!


Innenraum und technische Ausstattung
Im Mittelpunkt des Innenraums steht der 14-Zoll-„Fernseher” des Mediensystems. Der Lexus RZ verfügt über virtuelle Instrumente und einen Projektionsbildschirm, dennoch bleiben physische Tasten am Lenkrad und Drehregler für die Klimaanlage erhalten. Zu den bemerkenswerten Innenraum-Merkmalen zählen:
- Rückspiegel-Display: Projiziert ein Bild von oben von der Rückfahrkamera
- Elektrochromes Panoramadach: Keine physische Abdeckung – verdunkelt sich per Knopfdruck
- 14-Zoll-Multimedia-Bildschirm mit virtuellem Kombiinstrument
- Optionales Joch-Lenkrad in Verbindung mit dem Steer-by-Wire-System



Details zu Sicherheit und Komfort
Ähnlich wie beim neuen Lexus NX verfügt auch dieses Elektrofahrzeug über elektronische Türverriegelungen: Ein einfacher Druck auf den Griff von innen entriegelt die Tür, während die traditionelle mechanische Notentriegelung (durch Ziehen des Griffs zu sich selbst) erhalten bleibt. Erkennt die Elektronik beim Öffnungsversuch eine Gefahr – etwa ein herannahendes Fahrzeug auf der Nachbarspur –, kann die Verriegelung zwangsweise aktiviert werden. Eine weitere innovative Funktion sind spiralförmige elektronische Heizelemente, die in der Frontpartie im Kniebereich der Vordersitze platziert sind.



Antrieb und Leistung
Die einzige Variante, der RZ 450e, verfügt über ein Allradsystem namens Direct4, das von zwei Elektromotoren angetrieben wird. Die technischen Daten des japanischen Elektrofahrzeugs sind dabei nicht weniger beeindruckend. Zu den wichtigsten Antriebswerten zählen:
- Vorderer Motor: 204 PS
- Hinterer Motor: 109 PS
- Kombinierte Spitzenleistung: 313 PS und 435 Nm Drehmoment
- Systemspannung: 355 Volt (einige Wettbewerber setzen bereits auf eine 800-Volt-Architektur)
- Antriebssystem: Allradantrieb Direct4

Batterie, Reichweite und Laden
Die Lithium-Ionen-Traktionsbatterie hat eine Kapazität von 71,4 kWh und bietet eine erwartete Reichweite von 450 Kilometern pro Ladung, wobei der WLTP-Zyklus rund 400 Kilometer angibt. Die Entwickler versichern, dass die Batterie nach zehn Jahren Nutzung noch 90 % ihrer Kapazität behält. Zu den Leistungs- und Sicherheitsmerkmalen zählen:
- Batteriekapazität: 71,4 kWh
- Geschätzte Reichweite: Bis zu 450 km (ca. 400 km nach WLTP)
- Batterielanglebigkeit: 90 % Kapazitätserhalt nach 10 Jahren
- Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
- 0–100 km/h: 5,6 Sekunden (5,4 Sekunden für die China-Version)
- Fahrassistenz: Adaptiver Tempomat und das Lexus-Safety-System+-Paket

Lexus’ Weg in eine vollelektrische Zukunft
Bis 2030 strebt das Unternehmen eine vollständige Modellpalette an Elektrofahrzeugen in verschiedenen Klassen an, wobei in Europa, Nordamerika und China künftig nur noch batteriebetriebene Fahrzeuge angeboten werden sollen. Bis 2035 plant Lexus den vollständigen Umstieg auf den Elektroantrieb.
Foto: Lexus
Dies ist eine Übersetzung. Den Originalartikel können Sie hier lesen: Кроссовер Lexus RZ 450e открыл гамму электромобилей
Veröffentlicht September 13, 2023 • 5 m zum Lesen