Der Kia Sorento erfreut sich großer Nachfrage. Nachrichten über die Lagerverfügbarkeit verbreiten sich schnell, und Käufer stehen in halbjährlichen Warteschlangen — manchmal ohne den endgültigen Preis zu kennen. Der Grund liegt auf der Hand: Das Verhältnis von Ausstattung zu Preis ist einfach zu attraktiv, um es zu ignorieren.
Diesel oder Benzin: Das zentrale Dilemma
Die Wahl des richtigen Kia Sorento-Antriebsstrangs ist nicht einfach. Hier liegt das Problem:
- Der 2.2 CRDi Turbodiesel wird ausschließlich mit einem automatisierten Doppelkupplungsgetriebe angeboten — einem Getriebe, das von Skepsis umgeben ist und dessen Langzeitzuverlässigkeit noch unbekannt ist. Der Verkauf wurde bereits mehrfach aufgrund von Softwareproblemen ausgesetzt.
- Der 2.5 MPI Saugbenzinmotor kommt mit einem traditionellen 6-Gang-Automatikgetriebe — einer bewährten, vorhersehbaren Einheit, obwohl der Motor selbst seit Langem für seinen höheren Ölverbrauch bekannt ist.

Ausstattungsvarianten und was Sie tatsächlich bekommen
Der Dieselmotor ist beliebter — und teurer — und nur in den beiden Top-Ausstattungslinien erhältlich: Premium und Premium+. Diese sind die einzigen Varianten, die folgendes bieten:
- Elektrische Parkbremse mit Hold-Funktion
- Head-up-Display (nur Premium+)
- Adaptiver Tempomat (nur Premium+)
- 12-Zoll-Digitalinstrumententafel statt analoger Instrumente
- Ferngesteuertes Einparksystem
Käufer jeder Benzinversion müssen sich mit einer altmodischen fußbetätigten Parkbremse begnügen. Der Drehwähler — wohl eleganter und platzsparender — ist ebenfalls exklusiv dem Diesel Premium+ vorbehalten, während selbst der Diesel Premium einen traditionellen Gangwähler beibehält.
Bekannte Probleme beim Diesel-Sorento
Bevor man sich für den 2.2 CRDi entscheidet, sollten Käufer zwei wiederkehrende Probleme kennen:
- Fahrkomfort: Der Diesel ist nur mit großen Rädern (19–20 Zoll) erhältlich. Das Testfahrzeug war mit 255/40 R20 Nokian Hakkapeliitta R3 SUV-Reifen ausgestattet. Das Fahrwerk verarbeitet kleine und mittlere Fahrbahnunebenheiten bereits mit spürbarer Härte — breite Niederquerschnittsreifen verstärken Vibrationen und Innengeräusche. Selbst beim vorgeschriebenen Reifendruck von 2,4 atm (der bei Kälte weiter sinkt) ist die Härte deutlich spürbar.
- Doppelkupplungsverhalten im Stadtverkehr: Das automatisierte Getriebe neigt dazu, die Kupplung bei jedem leichten Gaswegnehmen bei niedrigen Geschwindigkeiten auszurücken. Wenn man erneut Gas gibt, entsteht eine Verzögerung, bevor der Antrieb wieder eingerückt wird — manchmal eine volle Sekunde ohne Drehmoment — gefolgt von einem abrupten Ruck. Software-Updates wurden veröffentlicht, um dieses Problem zu beheben (zuletzt im April des vergangenen Jahres), und Verbesserungen sind im Gange.

Zwei verschiedene Versionen der Mittelkonsole des Kia Sorento der 4. Generation
Auf der Straße: Dieselleistung
Im normalen Verkehrsfluss und auf der Autobahn findet das Doppelkupplungsgetriebe seinen Rhythmus, und die Stärken des Dieselmotors werden deutlich. Der silberne CRDi Sorento fährt sich spürbar müheloser als sein Benzin-Pendant — er zieht sauber bei Geschwindigkeit, ohne Anstrengung. Für den täglichen Stadtverkehr ist der Diesel die komfortablere Wahl.
Er hat jedoch seine Schwächen bei sportlicher Fahrweise:
- Der Sorento zeigt Trägheit bei starker Beschleunigung — nicht ideal für schnelle Reaktionen
- Nach dem Gaswegnehmen dreht der Motor kurz weiter, bevor er sich beruhigt, was den Einsatz der Motorbremse zur Trajektorienanpassung erschwert
- Im Gelände ist das Doppelkupplungsgetriebe zögerlicher als ein konventionelles Automatikgetriebe, was den Sorento in leichten Querwellen-Situationen ins Kämpfen bringt
- Der Sport-Modus — der den Kupplungsschluss proaktiv herbeiführt — ist die beste Geländeoption, verursacht jedoch auf eisigen Oberflächen spürbares Untersteuern
- Die Leerlaufvibrationen sind beim Diesel deutlich höher im Vergleich zur ruhigen, leisen Benzinvariante
Kraftstoffverbrauch: Praxiszahlen
Basierend auf tatsächlichen Kraftstoffquittungen während des Tests ergaben sich folgende reale Verbrauchswerte:
- Kia Sorento 2.2 CRDi (Diesel): 9,5 Liter pro 100 km im Durchschnitt
- Kia Sorento 2.5 MPI (Benzin): 13,2 Liter pro 100 km im Durchschnitt
Der Vorteil des Diesels beim Kraftstoffverbrauch ist real und erheblich — aber genauso real ist der Preisaufschlag.
Die Argumente für den Benzin-Sorento
Trotz der Attraktivität des Diesels hat der Benzin-Sorento 2.5 MPI mehrere echte Vorteile:
- Vorhersehbarere Gasannahme in allen Fahrsituationen
- Ein konventionelles Automatikgetriebe, das sich in schwierigen Bedingungen wie Gelände oder engem Parken zuverlässig verhält
- Kein wesentlicher Unterschied in Lenkgefühl oder -feedback im Vergleich zum Diesel — beide verwenden elektrische Servolenkung
- Spürbar wärmerer Innenraum bei kurzen Winterfahrten — Dieselmotoren brauchen länger zum Aufwärmen
- Niedrigerer Kaufpreis, mit kleineren Rädern (17 Zoll in der Basisversion, 18 Zoll bei Luxe/Prestige), die komfortabler abfedern
- Kein Budget für eine nachgerüstete Standheizung nötig, die viele Diesel-Sorento-Besitzer trotz der serienmäßig enthaltenen elektrischen Heizung nachträglich einbauen lassen

Fortschrittliche Fahrassistenz: Was dem Diesel exklusiv vorbehalten ist
Der Diesel Premium+ hebt sich durch ein fortschrittlicheres Frontradarsystem hervor, das die vollständige DriveWise-Assistenzsuite ermöglicht:
- Adaptiver Tempomat
- Ferngesteuertes Einparken (funktioniert per Schlüsselfernbedienung, auch auf unebenen Flächen)
- Fahrradfahrererkennung und -schutz
Diese Systeme fehlen im Benzin-Lineup vollständig. Der Diesel Premium (ohne Plus) verzichtet auf adaptiven Tempomat und Fernparken, beinhaltet aber noch das 12-Zoll-Digitalcluster. Trotzdem ist der Diesel Premium — nicht der Premium+ — tatsächlich die gefragteste Diesel-Ausstattung unter den Käufern.
Was wählen echte Käufer tatsächlich?
Verkaufsdaten aus dem ersten Quartal 2021 zeigen einige interessante Trends:
- Dieselversionen machten etwa 47 % aller Sorento-Verkäufe aus
- Unter den Dieselkäufern ist die Premium-Ausstattung die beliebteste Wahl
- Unter den Benzinkäufern ist das beliebteste Modell nicht der Prestige, sondern der fünfsitzige Luxe

Welche Kia Sorento Version bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis?
Der Luxe 2.5 Benziner ist wahrscheinlich die ausgewogenste Option in der Modellpalette — auch ohne ihn direkt getestet zu haben. Hier ist der Grund, warum er für die meisten Käufer sinnvoll ist:
- Der 2,5-Liter-Saugmotor ist nicht so untermotorisiert oder verbrauchsintensiv, dass es sich rechtfertigen würde, über eine halbe Million Rubel mehr für das nächstgelegene Diesel-Äquivalent auszugeben
- Kia-Händler verlangen bereits eine erhebliche Aufzahlung — einen Diesel-Zuschlag obendrauf zu rechnen, macht die Kalkulation noch schwerer zu rechtfertigen
- Der Luxe verzichtet auf belüftete Vordersitze, elektrische Beifahrersitzverstellung, schallabsorbierende Frontscheibe und das Bose-Audiosystem — doch das sind Luxusgüter, keine Notwendigkeiten
- Das kleinere Multimediasystem und die einfacheren Scheinwerfer sind kleine Kompromisse für einen wesentlich niedrigeren Preis
Mit Blick auf die Zukunft wird die erwartete Einführung eines Benzin-V6-3,5-Liter-Motors in der Sorento-Modellpalette die dominante Position des Luxe 2.5 wahrscheinlich nicht erschüttern — er würde dem Diesel aber endlich eine Alternative an der Spitze der Baureihe geben.
Dies ist eine Übersetzung. Das Original können Sie hier lesen: https://www.drive.ru/test-drive/kia/605372cb175e9e50eca9cc43.html
Veröffentlicht Juni 23, 2022 • 6 m zum Lesen