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Changan CS55 vs. Chery Tiggo 7: Ein detaillierter Vergleich zweier chinesischer Crossover

Changan CS55 vs. Chery Tiggo 7: Ein detaillierter Vergleich zweier chinesischer Crossover

Auf den ersten Blick sehen der Changan CS55 und der Chery Tiggo 7 aus, als kämen sie aus demselben Werk. Ähnliche Abmessungen, nahezu identische Lackoptionen und passende Kunststoffverkleidungen entlang des unteren Umfangs – dennoch ist der Chery deutlich günstiger. Dieser Vergleich konzentriert sich auf die Top-Ausstattungsvarianten beider Modelle mit Automatikgetriebe, was dem realen Kaufverhalten entspricht: Statistiken zeigen, dass Käufer chinesischer Fahrzeuge überwiegend höhere Ausstattungsstufen gegenüber Basiskonfigurationen bevorzugen.

Exterieur-Design: Vertraute Silhouetten, unterschiedliche Umsetzung

Verdeckt man das Emblem am Kühlergrill des CS55, könnte man ihn leicht für einen SsangYong oder sogar einen Kia halten. Die abfallende C-Säule verleiht dem Changan ein Profil, das an den Land Rover Discovery Sport erinnert. Dies sind keine direkten Kopien – eher gut integrierte Anlehnungen an die allgemeine Formsprache moderner Kompakt-SUVs. Nicht bahnbrechend, aber auch nicht unehrlich.

Wo sich die beiden unterscheiden, ist die Verarbeitungsqualität. Der Tiggo 7, gestaltet vom ehemaligen Chery-Designer James Hope, kann es bei Passgenauigkeit und Verarbeitung mit koreanischen Konkurrenten aufnehmen. Der CS55 hingegen zeigt aus der Nähe seine Schwächen:

  • Ungleichmäßige Spaltmaße zwischen den Türen und eine leicht verzogene Kofferraumklappe
  • Fleckiger Perlmutt-Metalliclack mit sichtbaren dünnen Stellen an Karosserieteilen
  • Unlackierte Innenkanten an der Karosserie – ein deutliches Zeichen für Kosteneinsparungen
Heckansicht des Changan CS55 mit LED-Rückleuchten und 18-Zoll-Rädern
Die Auspuffrohre sind rein dekorativ (nicht funktional). Der Spoiler auf der Kofferraumklappe und die LED-Rückleuchten gehören zur Serienausstattung. Die attraktiven 18-Zoll-Räder sind der Luxe-Ausstattung mit Automatikgetriebe vorbehalten. Bei den einfacheren Versionen ist der Durchmesser einen Zoll kleiner.

Innenraumqualität und Ergonomie

Die beiden Innenräume verfolgen deutlich unterschiedliche Ansätze bei Materialien und Layout. Der Innenraum des CS55 weist allein an der Frontverkleidung nicht weniger als sieben verschiedene Kunststoffarten auf – von einigermaßen hochwertig bis regelrecht billig. Das ist mit ein Grund, warum Changan den Innenraum im Heimatmarkt bereits 18 Monate nach Modelldebüt überarbeitet hat. Die Ergonomie ist jedoch weitgehend durchdacht: Der geneigte Infotainment-Bildschirm ist blendfrei, und die Zweizonen-Klimaautomatik ist logisch aufgebaut – auch wenn das System auf längeren Fahrten zum Überkühlen neigt und nach dem Übernachten im Freien lange braucht, um den Innenraum aufzuwärmen.

Der Tiggo 7 präsentiert einen stimmigeren und durchgängig besser verarbeiteten Innenraum. Highlights sind:

  • Durchgängig hochwertigere und gleichmäßigere Verarbeitungsmaterialien
  • Ein großes, gut integriertes Digitaldisplay, flankiert von analogen Rundinstrumenten
  • Automatikfunktion an allen vier elektrischen Fensterhebern
  • Ambientebeleuchtung vorne und an den Seitenverkleidungen für Nachtfahrten
  • Eine stabilere halbautomatische Klimaanlage

Der Tiggo 7 ist jedoch nicht frei von Ärgernissen. Der Haupt-USB-Anschluss befindet sich versteckt in einer unpraktischen, schwer erreichbaren Nische unter der Mittelkonsole – ein Telefon anzuschließen wird zur Fummelei. Und das Handschuhfach besitzt keinerlei Innenbeleuchtung.

Komfort der Vordersitze: Zwei sehr unterschiedliche Gefühle

Der Sitzcharakter ist einer der klarsten Unterschiede zwischen diesen beiden Crossovern. Die Vordersitze des CS55 haben einen dichteren Schaumstoff, eine längere Sitzfläche und eine besser konturierte Rückenlehne – das macht sie auf längeren Fahrten wirklich bequem. Sie profitieren zudem von einer in der Reichweite verstellbaren Lenksäule. Der Nachteil: Die Polsterung besteht aus Kunstlederteilen in deutlich unterschiedlichen Farbtönen, die mit uneinheitlichen Nähten zusammengefügt sind.

Die ledergepolsterten Sitze des Tiggo 7 in den Ausstattungen Elite und Elite Plus bieten elektrische Verstellung – ein klarer Vorteil –, aber beim Komfort ist die Sache komplizierter:

  • Die Polsterung ist zu weich und bietet keinen ausreichenden Seitenhalt
  • Die Sitzfläche ist kurz, was die Oberschenkelabstützung verringert
  • Die Rückenlehne hat eine gewölbte Form, die nicht zu jedem Körperbau passt
  • Die Lenksäule hat keine Reichweitenverstellung, was die Sitzpositionen einschränkt
  • Breite A-Säulen schränken die Sicht nach vorne ein
Vergleich der Vordersitze von Changan CS55 und Chery Tiggo 7
Der Sitz des Changan CS55 (links) hat eine dichtere Polsterung und ein besseres Profil, wird jedoch manuell verstellt. Der weiche Sitz des Chery Tiggo 7 (rechts) verfügt über elektrische Verstellung, leidet jedoch unter einer kurzen Sitzfläche und einer gewölbten Rückenlehne. Form und Position der Kopfstütze hingegen gefallen

Platzangebot und Praktikabilität im Fond

Beide Crossover haben denselben Radstand, dennoch bietet der Tiggo 7 mehr Platz im Fond. Beim CS55 raubt das Panorama-Schiebedach spürbar Kopffreiheit – überdurchschnittlich große Passagiere werden das bemerken. Die Rücksitzbank verwendet zudem denselben festen Schaumstoff wie die Vordersitze, was auf längeren Fahrten weniger einladend ist.

So schneidet der Fond im Vergleich ab:

  • Changan CS55: USB-Anschluss im Fond, weniger Kniefreiheit, keine Sitzheizung, niedrige Deckenhöhe durch Schiebedach
  • Chery Tiggo 7: Mehr Kopffreiheit, zweistufige Sitzheizung im Fond (ab Ausstattung Elite), kein USB-Anschluss im Fond
Vergleich des Platzangebots im Fond zwischen Changan CS55 und Chery Tiggo 7
Passagiere im Changan mit rund 180 cm Körpergröße (links) bemerken die etwas geringere Kniefreiheit möglicherweise gar nicht. Die niedrig hängende Decke ist jedoch schwer zu übersehen. Im Chery (rechts) gibt es mehr Kopffreiheit

Fahrerassistenz- und Sicherheitstechnik

Beide Crossover bieten ein ordentliches Paket an Technikfeatures, doch der Tiggo 7 hat in diesem Bereich das umfangreichere Angebot.

Fahrerassistenzsysteme des Chery Tiggo 7:

  • 360-Grad-Rundumsichtsystem mit Totwinkelüberwachung nahe der Vorderräder
  • An den Außenspiegeln montierte Kameras, die sich automatisch mit dem Blinker aktivieren
  • Kurvenlicht, das sich nachts beim Einlenken des Lenkrads aktiviert
  • Beide Nebelscheinwerfer blinken gleichzeitig auf, um den gesamten Bereich vor der Motorhaube auszuleuchten

Fahrerassistenzsysteme des Changan CS55:

  • Eine einzelne Kamera auf der rechten Seite, die manuell über eine Taste nahe dem Gangwahlhebel aktiviert wird
  • Schmalere A-Säulen für bessere natürliche Sicht
  • Größerer Sichtbereich der Außenspiegel

Das Rundumsichtsystem des Tiggo ist beim Einparken in engen städtischen Räumen ein echter Vorteil, auch wenn die Bildqualität nur ausreichend ist. Die manuelle Kameraaktivierung des CS55 wirkt im Vergleich dazu wie ein nachträglicher Einfall – die von Natur aus bessere Sicht durch die Säulen gleicht dies jedoch teilweise aus.

Motor- und Getriebeleistung

Hier verschafft sich der Changan CS55 einen klaren Vorsprung. Sein Turbomotor liegt 21 PS und 30 Nm vor dem Saugmotor des Tiggo 7, und dieser Vorteil ist von Teillast bis zur Vollbeschleunigung spürbar. Das Automatikgetriebe ergänzt den Motor gut – die Gangwechsel sind sanft und im Normalbetrieb kaum spürbar, allerdings reagiert das Kickdown mit einer Verzögerung von 2 Sekunden, während sich das Getriebe entscheidet.

Die Antriebssituation des Tiggo 7 ist, ehrlich gesagt, verwirrend. Das Basismodell mit Schaltgetriebe nutzt einen modernen 1,5-Liter-Turbomotor mit 152 PS – doch die teureren Versionen mit CVT-Getriebe greifen auf einen älteren 2,0-Liter-Saugmotor mit nur 122 PS zurück. Käufer, die mehr bezahlen, bekommen also weniger Leistung.

Das CVT-Getriebe selbst zeigt eine gespaltene Persönlichkeit:

  • Eco-Modus bei starker Beschleunigung: Der Motor dröhnt auf einer festen Drehzahl, was jedes Gefühl von Dringlichkeit raubt
  • Sport-Modus: Verringert die Verzögerung zwischen Gasannahme und Beschleunigung und eignet sich zum Überholen, wirkt jedoch im Stop-and-go-Verkehr ruppig
  • Standardmodus bei entspannter Fahrweise: Sanft und unauffällig – der Tiggo 7 glänzt bei ruhiger Fahrt
  • Kriechen bei niedriger Drehzahl: Das Getriebe vibriert leicht, als ob die Kupplung des Drehmomentwandlers nicht richtig arbeitet

Fahrkomfort und Fahrverhalten

Der CS55 liefert eine der größten Überraschungen dieses Vergleichs: sein Fahrwerk ist schlicht ausgezeichnet. Schlaglöcher, Straßenbahnschienen, aufgebrochener Asphalt – der Changan absorbiert all dies mit einer Souveränität, die den Straßenbelag fast irrelevant erscheinen lässt. Nur die größten Hindernisse erfordern aktives Ausweichen. Der Kompromiss liegt beim Handling: In dynamischen Kurven neigt sich der CS55 stark und untersteuert früh, wobei das Stabilitätssystem recht aggressiv eingreift.

Das Fahrwerk des Tiggo 7 wurde mit Unterstützung eines mit Lotus verbundenen Ingenieurbüros entwickelt – und dieser Einfluss ist an der abgestuften Wankneigung und der progressiv unterstützten Lenkung erkennbar. Die Umsetzung wirkt jedoch stellenweise unausgereift:

  • Die elektrische Servolenkung ist bei kleinen Lenkwinkeln inkonsistent – mal zu schwergängig, mal zu leichtgängig
  • Der Federungskomfort auf schlechten Straßen ist auffallend hart, besonders bei Querfugen und Straßenbahnschienen
  • Serienmäßige 18-Zoll-Räder bei allen Ausstattungen (auch beim Basismodell Sport) verstärken Fahrgeräusche und Stöße
Vergleich von Fahrwerk und Karosseriesteifigkeit zwischen Changan CS55 und Chery Tiggo 7
Der Federweg hinten ist ähnlich. Die seitlichen Türen öffnen und schließen problemlos, wenn das Fahrzeug angehoben wird, doch die Karosserie des Tiggo (rechts) ist steifer. Das Scharnier der Kofferraumklappe fasst dort kaum am Schließbolzen, während die fünfte Tür des CS55 (links) mit spürbarem Kraftaufwand zufällt

Was das kommende CS55-Update ändert – und was nicht

Zum Zeitpunkt dieses Tests stand eine überarbeitete Version des CS55 bevor, offizielle Details waren jedoch spärlich. Changan bestätigte Änderungen an Exterieur und Interieur sowie die Einführung der vollelektrischen Variante E-Rock. Verbesserungen am Fahrwerk wurden nicht angekündigt – das bedeutet, der überarbeitete CS55 wird sowohl den ausgezeichneten Fahrkomfort als auch die wenig inspirierende Fahrdynamik des Vorgängermodells übernehmen. Die überarbeiteten Einheiten wurden nicht vor dem Winter auf dem Markt erwartet, sodass die getestete Ausstattung bis zum Jahresende erhältlich bleibt.

Garantieinformationen zu Changan CS55 und Chery Tiggo 7
Die beunruhigend klingende Formulierung „die Nutzungsdauer des Changan-Fahrzeugs (rechts) beträgt 72 Monate oder 160.000 km“ bezieht sich lediglich auf den Rahmen der Garantiezeit. Ein Werkstattbesuch ist alle 10.000 km erforderlich. Die Werksverpflichtungen von Chery (links) sind identisch

Fazit: Welchen chinesischen Crossover sollten Sie wählen?

Beide Crossover haben echte Stärken, eignen sich jedoch für unterschiedliche Prioritäten. Hier eine kurze Zusammenfassung, worin jedes Modell am besten ist:

Entscheiden Sie sich für den Changan CS55, wenn Sie Folgendes möchten:

  • Überlegener Fahrkomfort auf unebenen Straßen
  • Einen leistungsstärkeren und agileren Motor
  • Bessere Unterstützung durch die Vordersitze und Sitzposition
  • Insgesamt stärkere Fahrdynamik (innerhalb ihrer bescheidenen Grenzen)

Entscheiden Sie sich für den Chery Tiggo 7, wenn Sie Folgendes möchten:

  • Bessere Verarbeitungsqualität und gleichmäßigere Innenraummaterialien
  • Ein umfassenderes Fahrerassistenzpaket
  • Sitzheizung hinten und mehr Kopffreiheit im Fond
  • Einen niedrigeren Kaufpreis bei vergleichbarem Ausstattungsniveau
  • Winter-Extras (beheiztes Lenkrad, beheizte Windschutzscheibe, beheizte Rücksitze) bereits ab Ausstattung Elite

Die Luxury-Ausstattung des Tiggo 7 bietet eine weitgehend vergleichbare Ausstattung wie der Top-CS55 – zu einem Preis von rund 4.000 US-Dollar weniger. Diese Lücke ist schwer zu rechtfertigen, es sei denn, man legt besonderen Wert auf den Fahrkomfort und die Motorleistung des Changan – die, um fair zu sein, für dieses Segment wirklich beeindruckend sind. Doch solange Changan die Lack- und Verarbeitungsprobleme des CS55 nicht behebt und der Top-Ausstattung kein beheiztes Lenkrad und keine beheizte Windschutzscheibe hinzufügt, bleibt das Preis-Leistungs-Verhältnis zugunsten von Chery.

Dies ist eine Übersetzung. Das Original können Sie hier lesen: https://www.drive.ru/test-drive/changan/chery/5e7b50fcec05c4fa45000014.html

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