Die verspielte Sonne blinzelte durch die Fenster und kündigte eine weitere Redaktionssitzung am Horizont an – was bedeutete, dass weitere 20 Kilometer Verkehrshölle vor mir lagen! Während mich in den ersten Tagen unseres gemeinsamen Lebens der einschüchternde Gedanke an die schwere zweirädrige Lokomotive in der Garage, die kaum kleiner als ein Smart ist, noch unter die Decke flüchten ließ, ist nach den Flitterwochen keine Nervosität mehr da. Nein, meine „bessere Hälfte“ hat in dieser Zeit weder kilometerlange Wheelies gelernt noch scharfe Gerichte aus Geschwindigkeit und extremen Schräglagen gezaubert. Stattdessen erlebe ich inzwischen Gefühle, die mir im Gebrüll von Sportmotormotoren zuvor unbekannt waren: Heute fahre ich ausschließlich „im Augenblick“, und glücklicherweise liefert der 114-Kubikzoll-Motor davon mehr als die meisten Autos.

Tägliches Pendeln: Wie sich die Breakout im Stadtverkehr schlägt
Was den Verkehr betrifft, ist alles eine Frage des Schwungs: Auf der Strecke von zu Hause ins Büro betrug der Zeitunterschied gegenüber einem Liter-Sportmotorrad gerade einmal zwei Minuten – kaum der Rede wert. Für den Stil zu bezahlen, genauer gesagt für eine authentische Nachbildung des sogenannten Hardtails, das ein ohne Federung fest am Rahmen montiertes Hinterrad imitiert, kann allerdings zu einem echten Erlebnis werden.
In den technischen Daten wird für die Breakout ein hinterer Federweg von 86 Millimetern angegeben – für unsere Straßen nicht gerade viel! Die Ingenieure haben das Zentralfederbein außerdem mit einer einstellbaren Federvorspannung versehen, die ich stets auf das Maximum stelle. Ich kann mir nicht einmal eine Situation vorstellen, in der ich die Federvorspannung noch weiter „anziehen“ müsste!
Leben mit wenig Federweg: Tipps und Eindrücke aus der Praxis
Mit dieser besonderen Eigenschaft kann man auf zwei Arten umgehen:
- Ein „plüschiger“ Sitz aus Harleys umfangreichem Tuningkatalog
- Eine sorgfältige Routenwahl auf Straßen und Alleen
Andernfalls kann es schmerzhaft werden, und möglicherweise findet man sich unbeabsichtigt beim Motocross wieder. Einmal übersah ich einen Kanaldeckel: Die Vorderradgabel steckte ihn recht ordentlich weg (und das 21-Zoll-Rad ist schließlich echtes Enduro-Format!), doch der beeindruckende 240 Millimeter breite Hinterreifen mit einem Profil flacher als eine Fußleiste hob ab! Nicht tödlich, aber unangenehm. Nach der Landung war ich sicher, dass ich die Felge zumindest „eckig“ gefahren hatte, doch nein – alles war in jeder Hinsicht in Ordnung.

Bodenfreiheit und Beifahrerkomfort: Was Sie erwartet
Inzwischen prüfe ich die Qualität des Straßenbelags sehr aufmerksam, denn die Bodenfreiheit von 115 Millimetern lässt mich selbst in scheinbar harmlosen Situationen vorsichtig werden. Besitzer tief liegender Sportwagen erleben vermutlich etwas Ähnliches.
Ein Beifahrer? Nur wenn Sie sich dauerhaft mit Ihrer Freundin zerstreiten möchten: Die winzige Sitzparodie auf dem hinteren Schutzblech ist so unbequem, dass jede Mitfahrt dort einer Bestrafung gleichkommt.
Ein echter Blickfang: Die unbestreitbare Straßenpräsenz der Breakout
Aber verdammt, wie viel Aufmerksamkeit die Breakout auf sich zieht! Neugierige Gruppen von Passanten, interessierte Blicke wohlhabender Männer in teuren SUVs – an all das habe ich mich mit der Zeit gewöhnt und nehme es inzwischen als selbstverständlich hin; als Antwort werfe ich arrogante Blicke zurück, eine Mischung aus Terminator und Alien. Wirklich berührt hat mich schließlich ein siebenjähriger Junge im Hof, der alle seine wichtigen Angelegenheiten stehen und liegen ließ, nur um die Harley zu bewundern: „Mister, Sie haben so ein cooles Motorrad!“ Für einen solchen Auftritt kann ich dem Modell all seine Schwächen verzeihen.

Die ersten 3.000 Kilometer: Serviceerfahrung und Unterhaltskosten
Was haben uns die ersten dreitausend Kilometer unseres gemeinsamen Lebens gebracht? Wir hatten unseren ersten Service: zwei Stunden in der Boutique – und das Motorrad war fertig. Was ist das für eine Boutique? Es ist der offizielle Harley-Davidson-Showroom, der alles mit dem entsprechenden Branding verkauft (Gerüchten zufolge haben sie sogar Motorräder).
Foto: Nikita Kolobanov
Dies ist eine Übersetzung. Den Originalartikel können Sie hier lesen: Harley-Davidson Breakout im Langzeittest, Eintrag zwei: Die Farbe der Stimmung
Veröffentlicht Oktober 25, 2023 • 4 m zum Lesen