1. Startseite
  2.  / 
  3. Blog
  4.  / 
  5. Mercedes-Benz GLB im Test: Ein kompakter Crossover mit G-Klasse-Spirit
Mercedes-Benz GLB im Test: Ein kompakter Crossover mit G-Klasse-Spirit

Mercedes-Benz GLB im Test: Ein kompakter Crossover mit G-Klasse-Spirit

Getarnt sah der Mercedes-Benz GLB aus wie eine Miniatur-G-Klasse, dank seiner flachen Windschutzscheibenneigung und des hohen Dachs. Er erinnert auch an die vor fünf Jahren eingestellte GLK. Allerdings wird das Gesamtdesign durch einen stilistisch nicht ganz nachvollziehbaren Bruch in der Fensterlinie etwas geschmälert, und dem Auto fehlt eine durchgängige Formensprache: Die Front wirkt aufgeräumt und zweckmäßig, während das Heck zu verspielt wirkt. Trotzdem ist der GLB aus rund fünf Metern Entfernung eigenständig genug, um nicht mit dem eng verwandten GLC verwechselt zu werden, der nur 3,3 Zentimeter länger ist. Strukturell unterscheiden sich die beiden Modelle erheblich, da der GLB einen quer eingebauten Motor nutzt – damit ist er das größte Modell auf der kompakten A-Klasse-Plattform.

Für Familien konzipiert: Platz, Sitzplätze und Sicherheit

Der GLB ist nicht einfach ein Größenkompromiss zwischen den Crossover-Modellen GLA und GLC – er wurde mit einer klaren Familienausrichtung entwickelt. Das zeigt sich an der hohen Dachlinie und der nahezu senkrechten Heckwand. Zu den praktischen Highlights gehören:

  • Optionale Sieben-Sitz-Konfiguration in jeder Ausstattungsvariante erhältlich
  • 108 Liter Ladevolumen auch bei Nutzung aller Sitzplätze
  • Zwei Isofix-Kindersitzbefestigungen in der zweiten Reihe sowie eine weitere in der dritten Reihe
  • Ein intelligenter Sensor im Beifahrersitz, der den Airbag automatisch deaktiviert, sobald ein rückwärtsgerichteter Kindersitz erkannt wird

Theoretisch bietet das Platz für bis zu fünf kleine Kinder an Bord – oder vier Kinder plus deren Eltern.

Alle Türen verfügen über Sensoren für den schlüssellosen Zugang. Der GLB wird in zwei Werken gefertigt: eines in China und eines in Mexiko.

Komfort und Praxistauglichkeit der dritten Sitzreihe

Die dritte Sitzreihe ist mit Kopf-Airbags, Gurtstraffern, Getränkehaltern und USB-C-Anschlüssen ausgestattet. Der Platz dort ist jedoch begrenzt – bequem sitzen können nur Personen bis etwa 1,68 Meter Körpergröße, weshalb sie eher für Kinder als für Erwachsene geeignet ist. Selbst dann müssen die Passagiere der zweiten Reihe nach vorne rutschen, um Platz zu schaffen, da sich diese Reihe um 14 Zentimeter verschieben lässt und auch die Rückenlehnen verstellbar sind.

Platz in der zweiten Reihe: großzügig, aber straff

Ganz nach hinten geschoben, bietet die zweite Reihe beeindruckende Beinfreiheit – ein Passagier von der Körpergröße des Testers (1,85 Meter) sitzt hinter einem ebenso großen Fahrer mit rund zehn Zentimetern Kniefreiheit. Der Kompromiss liegt beim Komfort: Die flache, harte Sitzbank erinnert eher an die Bank eines Militär-Geländewagens als an die übliche Mercedes-Polsterung. Ein paar weitere Eigenheiten unterstreichen diesen schnörkellosen Charakter:

  • Es gibt keine dritte Klimazone
  • Die Haltegriffe an der Decke sitzen zu hoch, um bequem genutzt zu werden
  • Die Türgriffe sind ungünstig positioniert
  • Ein- und Ausstieg werden durch einen hohen Bodenpodest, in dem die Schienenmechanik untergebracht ist, erschwert

Innenraumdesign und Ergonomie

Das Design der Frontpartie verzichtet weitgehend auf verspielte Elemente – die silberne Querstrebe vor dem Beifahrer könnte fast als Haltegriff durchgehen, auch wenn dies noch immer keine G-Klasse ist. Die Sitzposition erinnert eher an einen Pkw, zumindest in den straffen Sportsitzen der Testwagen. Auch ergonomische Eigenheiten aus der A-Klasse bleiben bestehen: Die linke Fußstütze sitzt zu hoch, und das Touchpad im Mitteltunnel stößt gelegentlich unbeabsichtigt an den Arm. Positiv fällt auf, dass die kompakte Windschutzscheibe von den Scheibenwischern fast vollständig gereinigt wird – das linke Wischerblatt reicht fast bis zur A-Säule, und das rechte fährt sauber in seine Ecke.

Motorenpalette: Benzin, Diesel und AMG-Power

Die Motorenpalette des GLB verfolgt einen fast schon geländegängigen Ansatz in Sachen Vielfalt. Unter den kompakten Mercedes-Modellen ist er das einzige, das in Russland mit zwei Diesel-Leistungsstufen zur Wahl angeboten wird. Zur vollständigen Palette gehören:

  • GLB 200 d – 150 PS Diesel, Allradantrieb
  • GLB 220 d – 190 PS Diesel, Allradantrieb
  • GLB 180 d (nur Europa) – 116 PS Diesel, preisorientiert
  • GLB 200 – Basis-Benzinmotor, Antrieb an einer Achse, in Europa vermutlich mit 163 PS, für andere Märkte wahrscheinlich auf rund 150 PS gedrosselt
  • GLB 250 4MATIC – 224 PS Benziner, Allradantrieb
  • Mercedes-AMG GLB 35 – 306 PS Performance-Flaggschiff

Der Tester fuhr auch den AMG GLB 35 – doch zunächst geht es um die massentauglicheren, verkaufsstärkeren Versionen.

Die straffen vorderen Sportsitze (im Bild) sind beim GLB 35 serienmäßig und bei den anderen Varianten optional erhältlich. Aus ihnen herauszurutschen ist schwierig. Die flache Sitzbank bietet Platz für drei Personen, doch die Sitzgeometrie ist alles andere als ideal. Seitenairbags im Fond sind vorhanden.

Fahrverhalten des GLB 250 4MATIC

Auf 20-Zoll-Reifen von Bridgestone Alenza 001 fährt der GLB 250 4MATIC mit echtem Mercedes-Charakter. Die Beschleunigung wirkt entschlossen und präzise, wobei das Doppelkupplungsgetriebe gelegentlich kurz zögert, bevor es sich für einen der acht Gänge entscheidet. Die geschmeidige Absorption über sanfte Wellen harmoniert gut mit der strafferen, kontrollierten Reaktion der adaptiven Dämpfer bei schärferen Unebenheiten. Die Bodenhaftung auf Asphalt ist exzellent, und die progressiv ausgelegte Lenkung vermittelt ein sicheres, vorhersehbares Feedback.

Fahrverhalten des GLB 200 d 4MATIC

Der GLB 200 d 4MATIC beeindruckt womöglich sogar noch mehr. Sein weiches, geschmeidiges Drehmoment reicht meist völlig aus, wodurch das Automatikgetriebe entspannt und kooperativ bleibt. Der Dieselmotor ist nur bei Beschleunigung wirklich zu hören und läuft ansonsten leiser als das Pfeifen des kompressoraufgeladenen Benzinmotors. Die Geräuschkulisse im Innenraum ist insgesamt beeindruckend gut gedämmt. Auch hier sind adaptive Dämpfer erhältlich (in der gesamten Baureihe optional), abgestimmt, um Unebenheiten noch effektiver zu glätten – beruhigende Nachricht für Eltern mit reisekranken Kindern auf der Rückbank. Die 19-Zoll-Reifen Michelin Latitude Sport 3 sorgen für sicheres Kurvenverhalten und bleiben auch auf leichtem Geländeuntergrund souverän.

Geländetauglichkeit

Im Gelände profitiert der GLB von einer durchdachten Karosseriegeometrie: einem flachen Unterboden und kurzen Überhängen. Die Bodenfreiheit fiel etwas geringer aus als angegeben – 18,8 statt der versprochenen 19,8 Zentimeter –, doch der größere limitierende Faktor ist schlicht das Wissen, dass ein Automatikgetriebe unter hoher Last die Arbeit übernimmt. Allradversionen können mit dem Offroad-Technik-Paket ausgestattet werden, das einen Bergabfahrassistenten und einen eigenen Gelände-Fahrmodus hinzufügt. Das System ist gut abgestimmt: Der GLB bewältigt eine 50-Prozent-Steigung mühelos, bei einer angegebenen maximalen Steigfähigkeit von 70 Prozent.

Am Steuer des Mercedes-AMG GLB 35

Als schnellstes Modell der Baureihe wirkt der AMG GLB 35 auf jeden, der die “Fünfundvierziger”-Reihe der kompakten Mercedes-AMG-Performance-Modelle kennt, eher zurückhaltend. Die Auspuffknaller sind gedämpft, das Fahrwerk bleibt unterhalb eines aggressiven Eindrucks, und das weich umrandete Lenkrad vermittelt nur ein moderates Gewicht. Selbst mit aktivierter Launch Control zögert der GLB 35 beim Start leicht. Im Vergleich zu den Standardversionen stechen dennoch sowohl seine Elastizität als auch die Bodenhaftung der Niederquerschnittsreifen hervor – und die zusätzlichen Fahrmodus-Bedienfelder am Lenkrad sind ein wirklich schönes Detail.

Nur der Mercedes-AMG GLB 35 fährt auf 21-Zoll-Rädern. Die Standard-GLB-Modelle reichen von 17 bis 20 Zoll. Die Performance-Version hat dieselbe Bodenfreiheit wie die Standardmodelle.

Fazit: Wo sich der GLB einordnet

Direkte Konkurrenten sind schwer auszumachen – der GLB positioniert sich irgendwo zwischen dem Audi Q3 und dem Q5 beziehungsweise dem BMW X1 und dem X3. Die optionale Sieben-Sitz-Konfiguration könnte den Ausschlag zugunsten von Mercedes geben, auch wenn der enge Platz im Fond manche Käufer abschrecken dürfte. Letztlich bleibt das Design selbst der stärkste Verkaufsvorteil, mit seinen unverkennbaren, an die G-Klasse erinnernden Geländeoptik-Elementen. Die eigentliche Frage lautet also: Möchten Sie ein Auto fahren, das derart imposant aussieht?

Dies ist eine Übersetzung. Das Original können Sie hier lesen: https://www.drive.ru/test-drive/mercedes/5ddd40b0ec05c40e70000232.html

Beantragen
Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse in das untenstehende Feld ein und klicken Sie auf „Anmelden“.
Abonnieren Sie und erhalten Sie vollständige Anweisungen über den Erhalt und die Verwendung des internationalen Führerscheins sowie Ratschläge für Fahrer im Ausland