1. Startseite
  2.  / 
  3. Blog
  4.  / 
  5. Alfa Romeo Giulia neu interpretiert als Retro-DTM-Rennmaschine
Alfa Romeo Giulia neu interpretiert als Retro-DTM-Rennmaschine

Alfa Romeo Giulia neu interpretiert als Retro-DTM-Rennmaschine

Wo Motorsportgeschichte auf moderne italienische Muskelkraft trifft — der 55 by SGT legt einen Auftritt hin, der keiner Vorstellung bedarf.

Die goldene Ära der DTM-Tourenwagenmeisterschaft erreichte Anfang der 1990er-Jahre ihren Höhepunkt, und die Rennwagen jener Zeit genießen heute legendären Status in der Automobilwelt. Immer wieder erscheinen Revival-Projekte, die dieser Epoche Tribut zollen — das bekannteste dürfte der auf dem Mercedes-Benz 190E basierende HWA Evo Restomod sein. Doch nicht nur deutsche Technik sorgte damals auf den DTM-Strecken für Aufsehen. Einer der größten Stars der Meisterschaft war der italienische Alfa Romeo 155 V6 TI — und nun hat der italienische Karosseriebauer SGT Automobili diesen Geist wieder zum Leben erweckt.

Die Breitbau-Silhouette deutet auf eine Abstammung hin, die einst die Deutschen auf ihren eigenen Rennstrecken in die Schranken wies.

Was ist der 55 by SGT?

Das Projekt heißt 55 by SGT und ist kein klassisches Restomod. Statt ein altes Auto wiederzubeleben, nutzt SGT Automobili den modernen Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio als Basis. Auch wenn das wie ein Bruch mit der Authentizität wirken mag, sollte man bedenken, dass auch der ursprüngliche Alfa Romeo 155 V6 TI nicht ganz das war, was er zu sein schien.

Darunter ein Giulia Quadrifoglio, außen eine DTM-Legende — genau in der Lücke zwischen diesen beiden Realitäten leistet SGT Automobili seine beste Arbeit.

Das Erbe des Alfa Romeo 155 V6 TI

Der serienmäßige Alfa Romeo 155 debütierte 1992 und wurde von den Markenfans eher kühl aufgenommen:

  • Er basierte auf der frontgetriebenen Plattform des Fiat Tipo
  • Er bot einen vergleichsweise gewöhnlichen 525-Liter-Kofferraum
  • Beides passte nur schwer zum sportlichen Erbe von Alfa Romeo

Trotz dieses holprigen Starts entstanden aus dem 155 schnell leistungsstarke Varianten, deren Höhepunkt der vollwertige Rennwagen 155 V6 TI war. Der 1993 vorgestellte 155 V6 TI teilte mit dem Straßenauto lediglich die Karosseriesilhouette — darunter stammte alles aus Ferraris Formel-Rennabteilung. Das Ergebnis war vernichtend: Das Auto gewann gleich seine erste DTM-Saison und siegte in 12 von 20 Läufen.

Vor dem 55 by SGT gab es jenes Auto, das die DTM-Rekordbücher neu schrieb — und dem italienischen Motorsport einen Moment schenkte, über den bis heute gesprochen wird.

Wie der 55 by SGT Tribut zollt

Wie sein Vorfahr ist auch der 55 by SGT weit mehr, als man auf den ersten Blick sieht. SGT Automobili hat den Giulia Quadrifoglio umfassend umgebaut mit:

  • Einem verbreiterten Karosserie-Kit aus Carbon im Stil des ursprünglichen 155 V6 TI
  • Neu gestalteter Front- und Heckpartie mit Beleuchtung im Retro-Stil
  • Einer verstärkten Karosseriestruktur aus Carbon und Carbotitanium — demselben Material, das in den Hypercars Pagani Zonda verwendet wird
  • Einer Steigerung der Karosseriesteifigkeit um 25 % infolge dieser strukturellen Verbesserungen
Jede Öffnung, jede Verbreiterung und jede Falte ist eine bewusste Verbeugung vor der Vergangenheit — geformt aus demselben Carbotitanium, das Paganis extremste Kreationen schmückt.

Zwei Versionen, eine radikale Vision

Der 55 by SGT ist in zwei Ausführungen erhältlich:

Zwei Spezifikationen, eine Obsession: Die Wahl zwischen Stradale und Trofeo ist letztlich nur die Frage, wie ernst man Rundenzeiten nimmt.

Stradale (Straße)

  • 2,9-Liter-V6 mit Biturbo-Aufladung und 620 PS — 100 PS mehr als der serienmäßige Giulia Quadrifoglio
  • Allradantrieb mit speziellem Drift-Modus , der die gesamte Leistung an die Hinterachse leitet
  • Leergewicht von 1.590 kg
Die Stradale-Version: 620 Pferde im Anzug, bereit, ihn in dem Moment abzulegen, in dem der Drift-Modus aktiviert wird.

Trofeo (Rennstrecke)

  • Derselbe V6, gesteigert auf 750 PS und 800 Nm Drehmoment
  • Rennspezifikations- Zusätzliche Aerodynamikelemente, die bis zu
  • 460 kg Abtrieb erzeugen
  • Reduziertes Leergewicht von 1.490 kg

Beide Versionen besitzen dasselbe Allradsystem mit Drift-Modus und bieten dem Fahrer damit das Beste aus beiden Welten.

Der Trofeo dreht alles über elf hinaus — 750 PS, fast eine halbe Tonne Abtrieb und ein Chassis, das so abgestimmt ist, dass sich eine Rennstrecke wie Zuhause anfühlt.

Innenraum: für die Rennstrecke gebaut

Der Innenraum des 55 by SGT versucht gar nicht erst, sich als Luxuslimousine auszugeben:

  • Die Rückbank wurde entfernt, um Platz für einen Überrollkäfig
  • Vorn sind Renn-Schalensitze montiert
  • Eine maßgeschneiderte Mittelkonsole aus Carbon trägt Kippschalter im Motorsport-Stil
  • Der Innenraum ist mit Carbon, Leder und Alcantara ausgekleidet, dazu kommen überall rote Akzente
Jedes Zugeständnis an Komfort ist verschwunden. Übrig bleiben Carbon, Alcantara und jene kompromisslose Zielstrebigkeit, mit der Rennen gewonnen werden.

Preis und Exklusivität

Projekte mit diesem Anspruch sind nicht billig. Der 55 by SGT kostet rund 500.000 € — ohne Spenderfahrzeug. Die Produktion wird strikt auf nur 55 Exemplare begrenzt, davon sind 10 als besondere „Welcome Edition“ ausgewählten Kunden vorbehalten. Vier dieser zehn Fahrzeuge sind bereits verkauft.

Fünfundfünfzig Autos. Eine Idee. Ein Erbe, das 1993 in einer DTM-Startaufstellung begann und heute irgendwie noch besser aussieht.

Der 55 by SGT ist ein seltenes Beispiel dafür, wie moderne Ingenieurskunst und historische Hommage richtig zusammenfinden — mit zeitgemäßer Performance und der unverwechselbaren visuellen DNA eines der ikonischsten DTM-Rennwagen.

Foto: Alexey Byrkov
Dies ist eine Übersetzung. Den Originalartikel können Sie hier lesen: Der Alfa Romeo Giulia wurde zum DTM-Retro-Rennwagen

Beantragen
Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse in das untenstehende Feld ein und klicken Sie auf „Anmelden“.
Abonnieren Sie und erhalten Sie vollständige Anweisungen über den Erhalt und die Verwendung des internationalen Führerscheins sowie Ratschläge für Fahrer im Ausland