Es ist das 21. Jahrhundert, und doch wirkt der neue Subaru Forester wie ein robuster Parkranger aus einem abgelegenen Außenposten. Das Modelljahr 2024 erscheint mit seinem bewährten Saugmotor, einem gut erprobten kettengetriebenen CVT und dem scheinbar unsterblichen symmetrischen Allradantrieb. Ist das eine schlechte Sache? Nicht unbedingt. Hier ist alles, was wir nach einem ausgiebigen Test herausgefunden haben.
Exterieur-Design: Robuste Optik mit ein paar rauen Kanten
In Autumn Green Metallic erinnert der neue Forester tatsächlich an den Umhang eines Rangers – und das unruhige Gewirr aus Flächen und sich kreuzenden Linien an der vorderen Stoßstange wirkt wie ein Flickenteppich aus nicht ganz ordentlichen Reparaturen.
Der Forester der sechsten Generation ist etwas größer als sein Vorgänger, obwohl die optische Fülle etwas täuscht:
- Längenzuwachs: nur 15 mm gegenüber dem Vorgängermodell
- Breitenzuwachs: lediglich 13 mm
- Überhänge: minimal länger
- Kühlergrill: deutlich vergrößert
- Radkästen: neues eckiges, kastenförmiges Profil
Die eckigen Radkästen sind eine fragwürdige Designentscheidung – sie betonen die Radhaushöhlen und lassen die 18-Zoll-Räder zu klein wirken. Die wuchtigen Kunststoff-Kotflügelverbreiterungen sind ein bewusstes Stilelement, und die in sie eingeschnittenen Lüftungsgitter erfüllen tatsächlich einen funktionalen Zweck: Sie leiten Luft aus den Radhäusern ab.

Plattform und Struktur: Steifer, sicherer, intelligenter
Unter der Karosserie fährt der neue Forester auf einer überarbeiteten Subaru Global Platform (SGP). Die wichtigsten strukturellen Verbesserungen umfassen:
- Besserer Aufprallschutz bei Front- und Seitenaufprallen dank optimierter Schweißverfahren
- 10 % Reduzierung der Torsionssteifigkeit, was die Karosseriesteifigkeit insgesamt verbessert
- Neu kalibrierte elektrische Servolenkung, optimiert für den verstärkten Einsatz von Fahrassistenten und aktiven Sicherheitssystemen

Innenraum und Instrumente: Die perfekte Balance zwischen digital und analog
Das Cockpit wurde digitalisiert, hat aber seine analogen Wurzeln nicht aufgegeben. Als Erstes fällt das wunderschöne monochrome analoge Kombiinstrument ins Auge – hell, kontrastreich und frei von ablenkender Farbüberflutung. Es ist die Art von Instrumententafel, die man aus reiner Nostalgie heraus bewundert.
Ein kleines Display oben im Kombiinstrument zeigt:
- Reifendruckanzeige
- Kilometerstand und Tripdaten
- Momentan- und Durchschnittsverbrauch
- Informationen zum Fahrtzeitmesser
Die Navigation durch diese Anzeigen erfolgt über einen Joystick an der linken Lenkradspeiche. Die Reset-Taste befindet sich jedoch auf dem Armaturenbrett rechts – genau dort, wo auch der Motor-Startknopf sitzt. Es ist leicht, sie zu verwechseln, und mir ist es mehr als einmal passiert.
Lenkradbedienung
- Rechte Speiche: Tasten für Fahrassistenten, die manuell aktiviert werden müssen, sowie der SI-Drive-Schalter zum Umschalten zwischen den Antriebsmodi Intelligent und Sport
- Lenkstockhebel: altbewährt, mit befriedigenden taktilen Klicks – und die Beschriftungen an den Drehköpfen werden nicht von den Lenkradspeichen verdeckt

Infotainment: Das neue Starlink-System überzeugt
Das 11,6-Zoll-Starlink-Multimediasystem wurde auf Hochformat umgestellt und hat das Klimabedienfeld vollständig verschluckt – die Klimaanlage ist nun virtuell und lebt im Touchscreen.
Über den Bildschirm gesteuerte Klimafunktionen umfassen:
- Luftstromrichtung
- Zonensynchronisierung
- Automatik- und Umluftmodus-Schalter
Allerdings bleiben die Temperaturregler physisch und sind für Fahrer und Beifahrer getrennt vorhanden. Die Klimaanlage selbst funktioniert einwandfrei.

Was das neue Starlink-System auszeichnet
- Große, intuitive Symbole – selbst Touchscreen-Skeptiker werden sich mit dieser Oberfläche anfreunden
- Anpassbarer Startbildschirm – nicht benötigte Symbole lassen sich entfernen, um Unordnung zu reduzieren
- Nachtmodus, der lesbar bleibt, ohne zu blenden
- Kabelloses Apple CarPlay und Android Auto – beides funktioniert einwandfrei
- Fahrerprofilerkennung über gekoppeltes Smartphone: Es begrüßt einen beim Namen, passt die Sitzposition an und stellt die Spiegel automatisch ein
- Unterstützt bis zu fünf registrierte Fahrerprofile
Rücksitze und Passagierraum
Breitere Türöffnungen erleichtern das Ein- und Aussteigen spürbar. Auf dem Papier ist der hintere Fahrgastraum in allen Abmessungen leicht geschrumpft – in der Praxis fühlt es sich jedoch überhaupt nicht so an.
- Die Beinfreiheit in der zweiten Reihe ist großzügig
- Die Kopffreiheit ist auch mit Schiebedach üppig
- Die Schläfen berühren die Dachhimmelverkleidung nicht
- Die Füße lassen sich problemlos unter die vorderen Sitzschienen schieben
- Die Rücksitzlehne bietet eine stufenweise Neigungsverstellung per Hebel an der Sitzfläche

Kofferraum: Größer und durchdachter
Der Kofferraum ist um solide 20 Liter gewachsen und mit praktischen Details ausgestattet:
- Ein Staufach für eine kleine Flasche
- Zahlreiche Zurrösen und -haken
- Innenbeleuchtung und 12-V-Steckdose
- Vollformat-Reserverad unter dem Ladeboden
- Rücksitzlehnen lassen sich per Knopfdruck flach umlegen und bilden einen ebenen Ladeboden ohne Stufe
- Die elektrische Heckklappe kann nun berührungslos per Fußbewegung unter dem hinteren Stoßfänger geöffnet werden

Fahrwerk und Federung: Katzenartige Gelassenheit
Das Fahrwerk des Forester bleibt so katzenartig wie eh und je – leise, komfortabel und geschmeidig. Die Art, wie dieses Auto über Bodenschwellen gleitet, ist bemerkenswert; es fühlt sich wirklich so an, als würden diese vor lauter Ehrfurcht im Asphalt versinken.
Motor und Antrieb: Das Argument für den Saugmotor
Was ist neu am 2,5-Liter-Boxermotor von Subaru in seiner jüngsten Form?
- Mechanischer Thermostat ersetzt die vorherige Einheit
- Größerer, dickerer Kühlerkern
- Kühlerlüfter mit höherer Kapazität
- Elektrischer Bremskraftverstärker ersetzt die alte Vakuumeinheit (wodurch die Vakuumpumpe vollständig entfällt)

Fahreindruck
Der Motor liefert dieselbe lineare Leistungskurve und gleichmäßige Drehmomententfaltung über den gesamten Drehzahlbereich, gepaart mit nahezu perfekter Kompatibilität mit dem Lineartronic-CVT. Dieses Duo cruist bei 100 km/h mit lediglich 1.500 U/min.
Turbo-Forester-Fans mögen spöttisch reagieren, aber der 2,5-Liter-Saugmotor ist wohl Subarus bestes traditionelles Antriebsaggregat – und es gibt einen Grund, warum er auf dem amerikanischen Markt so beliebt ist. Drückt man den Startknopf, wird man mit musealer Stille und null Vibrationen begrüßt. In Fahrt ist der Motor kaum zu hören. Die Beschleunigung war stets ausreichend für jede Forester-Generation, und Drehmoment war nie ein Problem.
Natürlich wäre es toll, den Forester e-Boxer Hybrid, der in Europa und Japan verkauft wird, auszuprobieren – doch dieser ist über Parallelimportkanäle nicht verfügbar.
Geländetauglichkeit: X-Mode wird digital
Eine enttäuschende Änderung: Der physische X-Mode-Drehregler wurde aus der Mittelkonsole entfernt. Geländemodi werden nun ausschließlich über das Touchscreen-Menü ausgewählt. Das ist ein Rückschritt in Sachen Bedienbarkeit – man muss auf den Bildschirm schauen, eine virtuelle Taste antippen und bestätigen, dass sie registriert wurde.
Die verfügbaren X-Mode-Einstellungen bleiben unkompliziert:
- Schnee/Schmutz: für rutschige Untergründe unabhängig von der Ursache (Eis, nasser Asphalt, loser Schotter)
- Tiefschnee/Schlamm: zum Durchpflügen von tiefem Schnee oder tiefen Schlamm
Beide Modi verändern das Antriebsverhalten tatsächlich spürbar und mobilisieren das Allradsystem beeindruckend effektiv.

Sicherheitstechnik: Das neue dreiäugige EyeSight-System
Das größte Upgrade ist das neue „dreiäugige” EyeSight-System der neuesten Generation, das nun durch ein Frontradar ergänzt wird. Das vollständige Sensorpaket umfasst:
- Stereokamera
- Neue Weitwinkel-Monokamera
- Front- und Heck-Mikrowellenradar
- Hecksonar

Was das in der Praxis bedeutet
- Erweiterte Erkennungsreichweite – das System sieht weiter und reagiert schneller
- Verbesserte Fußgängererkennung, besonders bei Fußgängern, die die Straße außerhalb von Zebrastreifen überqueren
- Bessere Fahrradfahrererkennung, insbesondere bei jenen, die an Kreuzungen nicht absteigen
- Automatische Notbremsung, die dank des massenarmen elektrischen Bremskraftverstärkers absolutes Vertrauen einflößt
- Verfeinerter adaptiver Tempomat, der die Spurmitte gleichmäßig hält, die Fahrtrichtung sanft korrigiert und ruhig auf Fahrzeuge reagiert, die aus Nachbarspuren einscheren
Weitere Sicherheits-Highlights:
- Vollständige 360-Grad-Rundumkamera – eine willkommene Premiere für den Forester
- Automatisches Fernlichtsystem, das intelligent genug ist, reflektierende Verkehrszeichen zu ignorieren
Die Ärgernisse: Start-Stopp und die übereifrige Fahrerüberwachung
Zwei Funktionen, die auf die Nerven gehen:
- Start-Stopp-System: kann pro Fahrt deaktiviert werden, aktiviert sich jedoch bei jedem Motorstart erneut
- Innen-Fahrerüberwachungskamera: extrem streng – ein kurzer Blick auf die Instrumente oder ein längerer auf die Straßenränder reicht aus, um eine Warnung auszulösen, die einen auffordert, die Augen auf der Straße zu behalten
Wer gerne die vorbeiziehende Landschaft genießt, gelegentlich aufs Handy schaut oder beim Fahren im Bordcomputer blättert, wird von Subarus Elektronik in den Wahnsinn getrieben. Der Müdigkeitserkennungsalgorithmus scheint ebenfalls übermäßig empfindlich zu sein – das System entschied bereits fünfzehn Minuten nach Abfahrt, dass ich „müde” sei.

Preise und Ausstattungslinien: Premiumqualität zum Premiumpreis
Der Subaru Forester 2024 ist über Parallelimportkanäle nicht günstig zu haben. So sieht die Modellpalette aus:
Forester Elegance (Basis) — ca. 78.000 $
Serienausstattung umfasst:
- EyeSight-Sicherheitspaket der neuesten Generation
- Stoffpolsterung
- 10-fach elektrisch verstellbarer Fahrersitz und 8-fach elektrisch verstellbarer Beifahrersitz
- Sitzpositionsspeicher
- Schlüsselloser Zugang und Start per Knopfdruck
- Adaptiver Tempomat
- Totwinkelüberwachung
- Spurhalteassistent
- Sieben Airbags

Forester Premium — ca. 84.500 $
Ergänzt gegenüber dem Elegance:
- Lederausstattung
- Panorama-Schiebedach
- Niedrig profilierte Dachreling
- Harman/Kardon-Audiosystem mit Subwoofer und zusätzlichen Lautsprechern

Fazit: Der Traum eines Traditionalisten in einer digitalen Welt
Der Subaru Forester 2024 ist ein liebenswert altmodischer SUV, in moderne Sicherheitstechnik gekleidet. Sein Saugboxermotor, der symmetrische Allradantrieb und das geschmeidige Fahrwerk liefern ein Fahrerlebnis, das Komfort, Zuverlässigkeit und ruhiges Selbstbewusstsein über aufmerksamkeitsheischende Kennzahlen stellt. Das aufgerüstete EyeSight-System ist ein echter Quantensprung, und das neue Starlink-Infotainment überrascht positiv.
Die rauen Kanten – die nervige Fahrerüberwachung, der Verlust des physischen X-Mode-Drehreglers und die aggressiven Parallelimportpreise – können die grundlegende Anziehungskraft des Forester nicht zunichte machen. Dies ist ein Auto für Menschen, die Substanz über Stil schätzen, und in dieser Hinsicht liefert der Forester der sechsten Generation genau das, was seine treue Fangemeinde erwartet.
Foto: Konstantin Sorokin
Dies ist eine Übersetzung. Den Originalartikel können Sie hier lesen: Ау! Новый Subaru Forester: первый тест
Veröffentlicht August 13, 2026 • 10 m zum Lesen