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Hyundai Tucson vs. Volkswagen Tiguan: Duell der 150-PS-Crossover

Hyundai Tucson vs. Volkswagen Tiguan: Duell der 150-PS-Crossover

Südkorea gegen Deutschland, Hyundai gegen Volkswagen – zwei der weltweit beliebtesten kompakten Crossover treten gegeneinander an. Der neue Tucson erregt Aufmerksamkeit mit seinem kühnen Design, wettbewerbsfähiger Ausstattung und einem merklich verbesserten Fahrwerk. Der überarbeitete Tiguan setzt die Messlatte mit deutscher Präzision und Fahrdynamik höher. Aber wer gewinnt wirklich? Die Antwort könnte Sie überraschen.

Außendesign: Kühner koreanischer Stil gegen zurückhaltende deutsche Eleganz

Der Tucson hinterlässt auf Fotos einen starken ersten Eindruck, doch im echten Leben überzeugen einige seiner Designelemente weniger. Die Girlande des vorderen Kühlergrills und die Tagfahrlichter gehen leicht unter, während die hintere LED-Lichtleiste und der wabenartig gemusterte Stoßfängereinsatz etwas übertrieben wirken. Für sich genommen ist jedes Detail interessant – zusammen wirken sie jedoch etwas überladen. Der Tiguan umgeht dieses Problem völlig mit einem klareren, stimmigeren Erscheinungsbild.

Die Größe ist ein weiterer wesentlicher Unterschied zwischen den beiden. Der Tucson ist deutlich größer:

  • 11,7 cm länger insgesamt
  • 2,6 cm breiter
  • 7,6 cm längerer Radstand

Neben dem Tucson wirkt der Tiguan wie ein erhöhter Schrägheck neben einem vollwertigen Crossover. Trotz des größeren Platzangebots des Hyundai zahlen sich die zusätzlichen Abmessungen jedoch nicht immer in praktischen Ein- und Ausstiegsvorteilen aus – die vorderen Türöffnungen des Tucson sind tatsächlich schmaler als die des Volkswagen. Ein Bereich, in dem der Tucson punktet: Seine Türen bedecken vollständig die unteren Karosseriepaneele, sodass kein Schmutzstreifen an den Schwellern entsteht – etwas, das Tiguan-Besitzern nach jeder schlammigen Fahrt auffällt.

Hyundai Tucson und Volkswagen Tiguan im Außenvergleich nebeneinander
Hyundai Tucson (rechts) und Volkswagen Tiguan (links)

Innenraumqualität und Ergonomie: Welches Cockpit ist besser?

Der Innenraum des Tucson strahlt am stärksten bei Nacht. Das rahmenlose digitale Instrumentendisplay mit wechselbaren Themen und ein breites Infotainment-Display, das in die Mittelkonsole eingebettet ist, erzeugen im Dunkeln eine wirklich hochwertige Atmosphäre. Tagsüber überzeugt die Mischung aus Kunststofftexturen, staubsammelnden Stoffeinsätzen und hochglänzendem schwarzen Zierrat mit metallisch anmutenden Kanten weniger – es wirkt nicht so edel, wie es auf Fotos aussieht.

Dennoch ist die Ergonomie des Tucson weitgehend hervorragend:

  • Viele physische, leicht bedienbare Tasten im gesamten Innenraum
  • Gut positionierte Heizungsregler für Vordersitze und Lenkrad
  • Hochwertiges Infotainment-Display mit scharfen Symbolen und flüssigem Scrollen
  • Schnelle und zuverlässige Android Auto- und Apple CarPlay-Integration
  • Reaktionsschnelles Navigationssystem

Die Berührungsflächen für Klimaanlage und Multimedia können gelegentlich nicht reagieren – ein Ärgernis im Alltag.

Hyundai Tucson Innenraum Armaturenbrett und Mittelkonsole
Hyundai Tucson Innenraum

Der Innenraum des Tiguan ist zurückhaltender – fast schon schlicht. Das Instrumentendisplay wirkt in der Blende oberhalb des Lenkrads unglücklich integriert, und die Kunstholzverkleidung überzeugt nicht. Doch die Gesamtausführung ist straffer. Die Verarbeitungsqualität ist klar höher, und die Liebe zum Detail bei alltäglichen Berührungspunkten ist spürbar. Besonders hervorzuheben sind:

  • Dreistufig beheizbares Lenkrad (verglichen mit Tucsons einziger, oft verbrennender Heizstufe)
  • Elektrisch verstellbare Vordersitze mit Speicherfunktion für Fahrer und Beifahrer
  • Zentral angeordneter Berührungsbildschirm mit schneller Reaktion
  • Größere, farbenfrohere Infotainment-Symbole und schnellere Android Auto- / Apple CarPlay-Verbindung

Die Bildschirmauflösung des Tiguan bleibt hinter den Erwartungen zurück – auf dem Hochglanzpanel ist Körnigkeit deutlich sichtbar. Das digitale Armaturenbrett gleicht dies mit einer großzügigen Auswahl an Anzeigeoptionen aus, darunter eine Vollbild-Navigationskarte. Zu den ergonomischen Nachteilen zählen berührungsbasierte Klimasteuerungen sowie eine verstellbare Mittelarmlehne, die mit dem Wählhebel und dem Fahrmodus-Wahlschalter kollidiert.

Volkswagen Tiguan Armaturenbrett und Infotainment-System
Volkswagen Tiguan Armaturenbrett

Sitzkomfort und Sicht

Die beiden Crossover bieten sehr unterschiedliche Sitzpositionen und Erfahrungen auf den Vordersitzen.

Volkswagen Tiguan Vordersitze:

  • Niedrigere Sitzposition mit sportlicherem Gefühl
  • Hervorragende Polsterung mit weichen Mittelbereichen und festen Seitenwangen – eine großartige Kombination
  • Verstellbare Kopfstützen und Lordosenstütze in mehreren Richtungen
  • Etwas kleinere Außenspiegel, aber die beste Sicht nach hinten durch die Heckscheibe von beiden

Hyundai Tucson Vordersitze:

  • Höhere, traditionellere Crossover-Sitzposition – ideal für das Überblicken der Straße
  • Bequemes Sitzkissen mit großzügiger Polsterung, jedoch mangelnder Seitenführung
  • Gute Rundumsicht, wobei der linke Scheibenwischer die A-Säule nicht ganz erreicht
  • Ein wesentlicher Nachteil: Die Kopfstützen sind unangenehm hart

Rücksitzplatz: Der Tucson gewinnt klar

Hier zahlen sich die größeren Abmessungen des Tucson am meisten aus. Fondpassagiere genießen:

  • Breite hintere Türöffnungen ohne Behinderung durch den Dachabschluss oder den Radkasten
  • 11 cm Kniefreiheit hinter einem auf 175 cm eingestellten Fahrersitz
  • 12 cm Kopffreiheit
  • Eine tief neigbare Rückenlehne – in der Extremstellung nahezu flach
  • Ein breiter, flacher Bodentunnel, der auch für einen Mittelsitzpassagier geeignet ist

Der Fond des Tiguan ist keineswegs beengt, und die höhere Türöffnung bedeutet weniger Bücken beim Einsteigen. Der Sitz selbst ist weicher und auf Ellbogenhöhe breiter. Doch die Zahlen sind merklich kleiner: 8 cm Beinfreiheit und 9 cm Kopffreiheit. Die Rückenlehne neigt sich nur leicht, der Mitteltunnel ist hoch und schmal, und die flache Sitzlehne bietet keine Konturierung. Ein Vorteil: Der Rücksitz lässt sich nach vorne schieben, um das Kofferraumvolumen zu vergrößern.

Rücksitzvergleich Hyundai Tucson und Volkswagen Tiguan
Die Rücksitze des Hyundai Tucson (links) und des Volkswagen Tiguan (rechts)

Motorleistung: Beide leisten 150 PS, fahren sich aber völlig unterschiedlich

Obwohl beide die gleiche Nennleistung teilen, haben diese zwei Motoren kaum etwas gemein.

Der Tucson verwendet einen 2,0-Liter-Saugvierzylinder aus Hyundais Smartstream-Familie, gekoppelt mit einem Sechsgang-Automatikgetriebe. Er leistet 150 PS, doch das Drehmoment erreicht seinen Höchstwert von lediglich 192 Nm erst bei 4.500 U/min. Das Ergebnis ist ein Motor, der sich bei niedrigen und mittleren Drehzahlen träge anfühlt – genau dort, wo der Großteil des Alltagsfahrens stattfindet.

  • 0–100 km/h: 12,1 Sekunden (offiziell: 11,6 Sekunden)
  • Das Gaspedal spricht zunächst scharf an, wird dann aber unberechenbar
  • Das Automatikgetriebe schaltet langsam zurück, was Überholmanöver erschwert
  • Kein Sportmodus verfügbar

Der 1,4-Liter-Turbomotor des Tiguan ist eine völlig andere Geschichte. Mit 250 Nm bereits ab 1.500 U/min fühlt er sich von dem Moment an lebendig an, in dem man losfährt. Gepaart mit einem DSG-Doppelkupplungsgetriebe mit vollständiger Anfahrautomatik verwandelt dieses Gespann das Fahrerlebnis.

  • 0–100 km/h: 9,9 Sekunden (offiziell: 9,8 Sekunden) – fast 2 Sekunden schneller als der Tucson
  • Ohne Anfahrautomatik: 10,7 Sekunden – immer noch 1,5 Sekunden schneller als der Hyundai
  • Hervorragendes Gaspedalansprechen und Getrieberückmeldung
  • Zieht auf der Autobahn bis 150 km/h stark durch
  • Fühlt sich im Stadtverkehr wie ein sportlicher Schrägheck an

Der Nachteil: Gangwechsel unter starker Beschleunigung können abrupt wirken, und das Motorgeräusch unter Volllast erinnert an einen Staubsauger auf höchster Stufe.

Wählhebel des Hyundai Tucson und Volkswagen Tiguan
Mittelkonsolen mit Wählhebeln des Hyundai Tucson (links) und Volkswagen Tiguan (rechts)

Fahrverhalten und Fahrdynamik

Der Tiguan ist eindeutig der fahrerorientierte Crossover. Seine Lenkung ist präzise und gut abgestimmt und vermittelt Straßenkontakt, ohne ermüdend zu werden. Er nimmt Kurven selbstsicher, widersteht Bodenwellen in der Kurvenmitte und driftet beim Bremsen natürlich nach außen. Im ESP-Sportmodus lässt er sich sogar zu einem kontrollierten Querfahren überreden. Im Normalmodus regelt die Elektronik sowohl Untersteuern als auch Übersteuern effizient.

Der Tucson neigt sich stärker und reagiert langsamer auf Lenkeingaben. An der Grenze schiebt er die Front zwar progressiv genug nach außen, um das Geschehen zu spüren – doch ohne aktives Stabilitätssystem untersteuert er schwach und ignoriert sowohl Lenk- als auch Gaspedalkorrek­turen. Die Elektronik ist hier keine Option, sondern unerlässlich, um das Fahrzeug auf Kurs zu halten.

Fahrkomfort und Fahrgeräusche

Hier überrascht der Tucson wirklich. Sein Fahrkomfort ist wohl seine stärkste Eigenschaft – eine enorme Verbesserung gegenüber früheren Hyundai-Crossovern. Er meistert Fahrbahnunebenheiten mit beeindruckender Gelassenheit:

  • Schluckt kleine und mittlere Bodenwellen nahezu lautlos
  • Meistert Fahrbahnfugen ohne harte Einschläge
  • Deutlich weniger Karosseriebewegungen auf welligem Untergrund im Vergleich zu älteren Hyundais
  • Kann auf schlechtem Untergrund die Geschwindigkeit halten, wo andere Crossover verlangsamen müssten
  • Protestiert nur bei zu schnell überfahrenen Bodenschwellen oder scharfkantigen Schlaglöchern bei höherer Geschwindigkeit

Der Tiguan ist auf sanften Unebenheiten ähnlich gelassen, aber auf typischen Stadtstraßen härter abgestimmt. Noch kritischer ist, dass das Fahrwerk akustisch laut ist – es rumpelt über nahezu jede Unebenheit, und die Fahrgeräusche an Betonplattenfugen können wirklich unangenehm sein. Dies ist ein ungewöhnlicher Schwachpunkt für einen Volkswagen auf der MQB-Plattform.

Hyundai Tucson und Volkswagen Tiguan Außenansichten vorne und hinten
Vorder- und Rückansichten des Hyundai Tucson (links) und Volkswagen Tiguan (rechts)

Geländetauglichkeit

Der Tiguan hat im Gelände einen technischen Vorteil: mehr Bodenfreiheit sowie bessere Böschungswinkel vorne und hinten. Er setzt seltener auf und ist im Schlamm berechenbarer – zumindest solange die Traktionskontrolle aktiv ist. Mit aktiviertem Geländeprogramm durchfährt er Situationen mit diagonaler Achsverschränkung problemlos. Schaltet man sie ab, dreht er hilflos durch. Das DSG-Getriebe ist hier der Schwachpunkt – bei anhaltendem Radschlupf unterbricht es schließlich die Kraftzufuhr, um Schäden zu vermeiden.

Der Tucson kommt langsamer durch Schlamm und verliert leichter die Traktion, hat aber einen entscheidenden Vorteil: eine manuell sperrbare Mehrscheiben-Hinterachskupplung. Wenn Räder in der Luft hängen, kann sich der Hyundai aus Situationen herausarbeiten, an denen der Tiguan scheitern würde. Und nach längerem Schlupf bleibt die koreanische Kupplung gesund – sie hält anhaltendem Geländeeinsatz besser stand.

Hyundai Tucson und Volkswagen Tiguan Geländevergleich
Hyundai Tucson (rechts) und Volkswagen Tiguan (links)

Hyundai Tucson vs. Volkswagen Tiguan: Abschließendes Fazit

Der neue Tucson hat einen echten Generationssprung gemacht. Er ist in diesem Vergleich kein Außenseiter mehr – in mehreren wesentlichen Bereichen hält er mit dem Tiguan mit oder übertrifft ihn sogar:

  • Auffälligeres Außen- und Innendesign
  • Überlegener Fahrkomfort auf alltäglichen Straßen
  • Mehr Platz im Fond
  • Besser abgestimmte Fahrerassistenzsysteme, darunter ein adaptiver Tempomat und ein Spurhalteassistent, von dem sich weitaus teurere Fahrzeuge eine Scheibe abschneiden könnten
  • Bessere Geländeleistung im realen Einsatz dank der sperrbaren Hinterachskupplung

Aber der Tiguan hält weiterhin wichtige Vorteile, die für Fahrbegeisterte von Bedeutung sind:

  • Ein deutlich ansprechenderer und schnellerer Turbomotor
  • Ein präziseres, besser ausbalanciertes Fahrwerk
  • Höhere Innenraumverarbeitungsqualität mit durchdachteren Details
  • Ein insgesamt fesselnderes Fahrerlebnis

Wer Komfort, Platz und Preis-Leistungs-Verhältnis in den Vordergrund stellt, für den ist der Tucson nun eine wirklich überzeugende Wahl, die sich gegenüber europäischen Mitbewerbern behaupten kann. Wem Fahrdynamik und Antriebsverfeinerung wichtiger sind, für den bleibt der Tiguan der Maßstab in dieser Klasse – Geräuschprobleme hin oder her.

Dies ist eine Übersetzung. Das Original können Sie hier lesen: https://www.drive.ru/test-drive/hyundai/volkswagen/618d333830bd69250e250fc8.html

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