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Mazda 3 Limousine vs. Toyota Corolla vs. Škoda Octavia: Ein Abschied von der Mittelklasse-Limousine?

Mazda 3 Limousine vs. Toyota Corolla vs. Škoda Octavia: Ein Abschied von der Mittelklasse-Limousine?

Mittelklasse-Limousinen sind zu Außenseitern der Automobilwelt geworden. Trotz des anhaltenden Erfolgs des Škoda Octavia schrumpft dieses Segment deutlich schneller als der Gesamtmarkt. Zu Beginn dieses Dreiervergleichs stellt sich eine große Frage: Ist dies das letzte Mal, dass wir einen solchen Test sehen? Zum Glück halten Modelle wie die Mazda 3 Limousine das Segment am Leben – auch wenn die Zahlen darauf hindeuten, dass davon nur wenige hundert Einheiten pro Jahr verkauft werden. Um den Mazda richtig einordnen zu können, haben wir den Sieger unseres vorherigen Limousinentests mitgebracht, den Toyota Corolla.

Die Kandidaten im Überblick: Drei Limousinen, drei Philosophien

Einst Mazdas beliebtestes Modell, ist der Mazda 3 zu einem Nischenprodukt geworden – und die Tatsache, dass die lokale Vertretung von Mazda ihn nicht aufgegeben hat, verdient echten Respekt. Dadurch ist nur eine einzige Konfiguration erhältlich, kombiniert mit ein oder zwei Optionspaketen und einem Saugmotor mit 1,5 Litern Hubraum und 120 PS. Der Toyota Corolla bietet dieselbe Leistung und ebenfalls keine leistungsgesteigerten Varianten – dafür aber eine größere Auswahl an Ausstattungslinien.

Der Škoda Octavia spielt hingegen in einer völlig anderen Liga. Seine Beliebtheit beruht auf echten Argumenten:

  • Drei Motorisierungen und mehrere Getriebeoptionen
  • Nahezu vollständige Konfigurationsfreiheit à la carte
  • Eine Liftback-Karosserie mit über 500 Liter Kofferraumvolumen – praktischer als eine Limousine per Definition
  • Ein 1,4-Liter-TSI-Turbomotor mit 150 PS zum gleichen Preis wie die stärksten japanischen D-Segment-Konkurrenten – vor allem dank lokaler Produktion

Für diesen Test haben wir uns für den Octavia mit 1,4-TSI-Motor entschieden.

Außendesign: Raubtierhaft, modern oder in die Jahre gekommen?

Der Mazda 3 gewinnt eindeutig in Sachen visueller Dramatik. Besonders die Limousinenvariante wirkt leichter und harmonischer als der Kombi. Die einzigen echten Schönheitsfehler sind die optisch günstig wirkenden Leuchten mit konventionellen Tagfahrlicht- und Positionslichtbirnen – LED-Tagfahrlicht bleibt den Topversionen des Kombis vorbehalten – sowie eine leicht unpassende Tankklappe, die im Vergleich zur Karosserie etwas vertieft sitzt. Ansonsten sind Spaltmaße und Verarbeitungsqualität nahezu makellos.

Vergleich der Räder von Mazda 3 Limousine, Toyota Corolla und Škoda Octavia
Der Mazda 3 als Limousine wird ausschließlich mit 16-Zoll-Rädern angeboten. Käufer von Toyota und Škoda haben die Wahl zwischen drei Größen von 15 bis 17 Zoll Durchmesser

Der Corolla ist alles andere als langweilig, aber sein verspielteres Design wirkt weniger klar. Der Mazda 3 hingegen beweist, dass ein zurückhaltendes, minimalistisches Design zu 100 % unverkennbar japanisch wirken kann. Der alternde Octavia zeigt sein Alter am deutlichsten außen, bleibt dabei aber unauffällig ansprechend.

Innenraumqualität und Infotainment: Wo jedes Auto glänzt

Steigt man in den Mazda 3, findet man eine der angenehmsten Kabinen der Klasse. Die Oberflächen sind mit echtem Anspruch gestaltet – niedrig, sportlich und modern, ohne kalt zu wirken. Zu den Highlights gehören:

  • Ein elegant integriertes Infotainment-Display, das das Armaturenbrett nicht dominiert
  • Ein großer digitaler Tacho, der in diesem Test den Maßstab setzt
  • Ein serienmäßiges Head-up-Display, das wichtige Daten auf die Windschutzscheibe projiziert
  • Automatische Fensterheber an allen vier Türen
  • Beleuchtete Tasten im gesamten Innenraum

Die Position des Bildschirms ist für die Navigation etwas niedrig, aber alle anderen Funktionen sind leicht zugänglich. Der einzige echte Ärgernis ist die Klimaanlage – sie neigt dazu, zwischen zu heiß und zu kalt zu schwanken, mit wenig Mittelweg.

Innenverkleidung und Bedienelemente des Toyota Corolla
Eine so attraktive Verkleidung mit Soft-Touch-Oberfläche ist den höherwertigen Corolla-Ausstattungen vorbehalten. Wie beim Mazda wird das Lenkrad nur im Griffbereich beheizt. Die Tasten für die Sitzheizung vorne sind vor dem Gangwahlhebel versteckt, während die Tasten für Klimaanlage und Mediensystem eher klein ausfallen

Der Innenraum des Toyota Corolla ist um ein zentrales Display herum angeordnet, doch nur die 2020er-Modelle mit Android Auto und Apple CarPlay nutzen es vollständig. Unser Testwagen war ein Modell des Vorjahres – die Instrumentengrafik wirkt veraltet, und die Funktionalität des Mediensystems ist bescheiden. Das Kombiinstrument ist unnötigerweise je nach Fahrmodus blau oder rot eingefärbt. Positiv ist, dass alle Tasten beleuchtet sind und der Innenraum geräumiger ist, als er aussieht.

Die Kabine des Octavia ist die älteste der drei, und man merkt es ihr an – besonders bei der Wahl der Verkleidungsmaterialien. Dafür punktet er mit durchdachter Praktikabilität:

  • Weich ausgekleidetes Handschuhfach und Türtaschen
  • Kleiderhaken und mehrere USB-Anschlüsse serienmäßig
  • Ein konfigurierbares digitales Kombiinstrument
  • Automatische Fensterheber an allen Türen
  • Der größte und praktischste Kofferraum im Test
Glänzende Oberflächen und Dachhimmel im Innenraum des Mazda 3
Ich frage mich, wie lange der Innenraum des Mazda seinen charmanten Neuheitsfaktor behält. Glänzend schwarze Oberflächen finden sich an Stellen, an denen sie leicht verkratzen. Die Verarbeitung ist tadellos, bis auf den ‘pappartigen’ Dachhimmel. Ich bin nicht zufrieden damit, wie die Klimaanlage funktioniert – sie ist entweder zu heiß oder zu kalt

Platzangebot im Fond und Komfort für Mitfahrer

Die Praktikabilität im Fond ist ein klares Unterscheidungsmerkmal zwischen diesen drei Autos. So schneiden sie ab:

  • Škoda Octavia: Am großzügigsten bei Bein- und Kopffreiheit. Der Kofferraum spielt in einer eigenen Liga. Die Kniefreiheit im Fond entspricht der des Corolla, aber die Füße haben mehr Bewegungsfreiheit, und der Dachhimmel ist spürbar weiter entfernt.
  • Toyota Corolla: Überraschend geräumig im Innern trotz seiner Proportionen. Fondpassagiere haben ausreichend Kniefreiheit, und auch größere Personen fühlen sich nicht sofort beengt.
  • Mazda 3: Der engste der drei. Ein 1,90 m großer Mitfahrer hinter einem großen Fahrer wird Schwierigkeiten haben, aufrecht zu sitzen, und wird unweigerlich mit den Knien gegen die Rückenlehne stoßen. Der Mazda ist am besten als Fahrerauto mit gelegentlichen Mitfahrern im Fond zu betrachten.

Ergonomie und Sicht vom Fahrersitz aus

Der Mazda versetzt einen in eine niedrige, sportliche Sitzposition – die Art, die kurvige Landstraßen zielgerichtet erscheinen lässt. Der Stoffsitz hält einen in Kurven gut fest, wobei das Fehlen einer verstellbaren Lendenwirbelstütze auffällt. Auch im Škoda ist die Sitzposition komfortabel, doch manche Fahrer empfinden den Höhenunterschied zwischen Brems- und Gaspedal als unangenehm – besonders spürbar mit klobigem Winterschuhwerk. Auch die Armlehnen sind fester als optimal.

Der Toyota setzt einen spürbar höher, was dank schlanker, weit vorne positionierter A-Säulen die Sicht nach vorne verbessert. Dieser Vorteil verschwindet jedoch bei winterlichem Schneematsch, wenn der Wischbereich aufgrund des Abstands der Windschutzscheibe zum Fahrer eng wirkt. Auch der Innenspiegel wird teilweise von den hinteren Kopfstützen verdeckt. Im Mazda ist die Sicht nach hinten durch die niedrige Fensterlinie eingeschränkt. Der Octavia bietet die ausgewogenste Rundumsicht.

Fahrdynamik: Welche Limousine macht am meisten Spaß?

Fahrvergleich Mazda 3, Toyota Corolla und Škoda Octavia
Im vergangenen Jahr kamen auf jeden verkauften Mazda 3 (Kombi eingeschlossen) fast 30 Octavia und fünf Corolla. Die neue Generation wird dieses Muster wohl kaum durchbrechen

Der Mazda 3 ist im langsamen Stadtverkehr das mit Abstand engagierteste Auto. Sein Automatikgetriebe ist bewusst sportlich abgestimmt – die Schaltvorgänge sind knackig, fast mechanisch anmutend, gelegentlich begleitet von einem leichten Ruck. Die Traktionskontrolle ist für ein Auto mit 120 PS gut kalibriert. Das Bremsgefühl ist kurzhubig, aber intuitiv und gut dosierbar. Die Lenkung reagiert präzise bei angemessen kleinen Lenkwinkeln. Am Limit tendiert das Fahrwerk zum Untersteuern, aber die Wankneigung ist beeindruckend gut kontrolliert. Die 16-Zoll-Reifen schlucken kleinere Unebenheiten leise, größere Bodenwellen erzeugen jedoch spürbare Geräusche.

Der Škoda Octavia bietet den klaren Leistungsvorteil. Der Turbomotor liefert spürbar mehr Kraft, und das Doppelkupplungsgetriebe reagiert fast so flott wie das des Mazda. Den Tempovorteil im Verkehr spürt man wirklich. Allerdings ist das Fahrwerk dynamisch das schwächste der drei – am Limit wirkt es taub und wenig reaktionsfreudig. Die Lenkung ist leichtgängig und direkt, vermittelt aber wenig Rückmeldung. Der Federungskomfort ist der raueste der Gruppe: Jede Bodenwelle und Unebenheit dringt in die Kabine, und größere Schläge erzeugen eine unangenehme, tieffrequente Resonanz. Positiv: Bei Autobahntempo ist er der leiseste der drei Wagen.

Der Toyota Corolla ist der Underdog der Gruppe. Sein CVT-Getriebe wirkt bei moderatem Tempo entspannt – die Gasannahme ist etwas träge, und obwohl es unter Last ein “gestuftes” Verhalten entwickelt, ist der angegebene Beschleunigungsvorteil von 1,5 Sekunden gegenüber dem Mazda auf 100 km/h in der Praxis kaum spürbar. Die Bremse benötigt den längsten Pedalweg der drei. Dennoch bietet der Corolla die ausgereifteste dynamische Balance:

  • Der Federungskomfort ist der geschmeidigste – nur große Schlaglöcher verursachen echtes Unbehagen
  • Die Lenkung ist die direkteste der drei, mit minimaler Verzögerung
  • Eine Mehrlenker-Hinterachse (im Vergleich zu den halbstarren Verbundlenkerachsen bei Mazda und Škoda) hilft dem Corolla, in schnellen, rutschigen Kurven souverän die Balance zu halten
  • Er ist das Auto, mit dem zügiges Fahren auf kurvigen, griffarmen Straßen am meisten Freude bereitet

Fahr- und Windgeräusche: Ein zentraler Schwachpunkt

Das Thema Geräuschentwicklung verdient eine gesonderte Betrachtung, da es zwischen den drei Autos erhebliche Unterschiede gibt:

  • Toyota Corolla: Der lauteste der drei. Unbespikte Winterreifen (in unserem Test Bridgestone VRX) erzeugen bereits ab etwa 10–20 km/h ein deutliches Abrollgeräusch, das zwischen 60–80 km/h regelrecht störend wird. Sowohl Wind- als auch Fahrgeräuschdämmung liegen unter dem Durchschnitt.
  • Mazda 3: Eine Stufe leiser als der Corolla, mit einer ähnlichen Mischung aus Reifen- und Motorgeräuschen. Der Motor wird bei hohen Drehzahlen ruhiger, bleibt jedoch bei starker Beschleunigung hörbar.
  • Škoda Octavia: Der klare Sieger bei der Kabinenruhe. Wind-, Fahr- und Außengeräusche dringen deutlich weniger ein als bei den Rivalen, und der Turbomotor ist bei Reisetempo auf der Autobahn praktisch nicht mehr wahrnehmbar.
Vergleich der Wartungsintervalle und Garantie von Mazda 3, Toyota Corolla und Škoda Octavia
Der Toyota (Mitte) muss alle 10.000 km gewartet werden, seine Garantiedauer entspricht jedoch der des Mazda (links): drei Jahre oder 100.000 km. Die Garantie des Škoda (rechts) ist auf zwei Jahre begrenzt, dafür aber ohne Kilometerbegrenzung. Das Wartungsintervall entspricht dem des Mazda – 15.000 km.

Fazit: Welche Mittelklasse-Limousine sollten Sie kaufen?

Nachdem wir alle drei direkt hintereinander gefahren sind, hier die Stärken jedes einzelnen Autos:

  • Škoda Octavia – Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis: Zum gleichen Preis wie die japanische Konkurrenz erhält man mehr Leistung, eine leisere Kabine, mehr Praktikabilität und die flexibelsten Ausstattungsoptionen. Stadtfahrer, die ihr Auto selten fordern, werden das straffe Fahrwerk vielleicht gar nicht bemerken. Ein Vorbehalt: Die neue Octavia-Generation hat physische Bedienelemente durch Touch-Bedienung ersetzt, die bei kaltem Wetter deutlich weniger benutzerfreundlich ist – wodurch das auslaufende Modell derzeit wohl die klügere Wahl ist.
  • Toyota Corolla – Bester Allrounder: Optisch der modernste der drei, mit dem geschmeidigsten Federungskomfort und einem überraschend geräumigen Innenraum. Er ist auch am Limit dynamisch am fähigsten. Das Hauptproblem sind die Fahrgeräusche – hier haben die Corolla-Ingenieure noch Nachholbedarf.
  • Mazda 3 – Bestes Fahrerauto: Unvernünftig, schön und einfach charmant. Der Mazda 3 als Limousine wird keinen Tabellenvergleich gewinnen – aber er ist das Auto, auf das man sich jeden Morgen wirklich freut. Wer die meiste Zeit in der Stadt unterwegs ist, wird von seinen scharfen Bremsen, der präzisen Lenkung und dem gefühlvollen Getriebe immer wieder belohnt.

Das Segment der Mittelklasse-Limousinen mag im Niedergang begriffen sein, doch diese drei Autos beweisen, dass es immer noch etwas wirklich Lohnenswertes zu bieten hat.

Dies ist eine Übersetzung. Das Original können Sie hier lesen: https://www.drive.ru/test-drive/mazda/skoda/toyota/5e577415ec05c41e40000064.html

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